Zwei prominente Vertreter der jüdischen Gemeinde in Deutschland stehen offenbar im Visier des Mullah-Regimes im Iran. Auf Josef Schuster, den Präsidenten des Zentralrats der Juden in Deutschland (oben rechts), und Volker Beck, den Vorsitzenden der Deutsch-Israelischen Gesellschaft, sollten Mordanschläge verübt werden. Dies teilte die Bundesanwaltschaft mit. Zunächst hatte der „Spiegel“ berichtet.Der Bundesanwaltschaft zufolge wurde jetzt im Fall einer mutmaßlich geplanten Anschlagsserie Anklage gegen zwei Männer erhoben. Der Staatsschutzsenat des Hanseatischen Oberlandesgerichts in Hamburg muss nun entscheiden, ob er die Anklage gegen die beiden Männer zulässt und wann es gegebenenfalls zum Prozess kommt.Den Angaben zufolge soll der aus Afghanistan stammende Däne Ali S. für den Geheimdienst der iranischen Revolutionswächter gearbeitet und mögliche Attentate in Deutschland vorbereitet haben. Zudem habe der 54-Jährige in engem Kontakt zu den Quds-Brigaden gestanden, einer Spezialeinheit der Revolutionswächter. Diese ist auf Operationen außerhalb des iranischen Staatsgebiets spezialisiert. „All dies diente der Vorbereitung von Mord- und Brandanschlägen in Deutschland“, teilte die Bundesanwaltschaft mit.Deutschland darf nicht tatenlos zusehen, wie ausländische Staaten sich hierzulande an die Ermordung von Juden und Israelfreunde machen.Volker Beck, Vorsitzender der Deutsch-Israelischen GesellschaftAnfang 2025 erhielt S. den Ermittlungen zufolge aus Teheran den Auftrag, Informationen über zwei Zielpersonen zu beschaffen, auf die offenbar Mordanschläge verübt werden sollten: Schuster und den ehemaligen Grünen-Politiker Beck. „Zudem sollte er zwei jüdische Lebensmittelhändler in Berlin ausspähen“, so der Vorwurf der Bundesanwaltschaft. Der Anklage zufolge kundschaftete der mutmaßliche Agent des Iran im Frühjahr 2025 in Berlin dafür mehrere Adressen aus.Zudem suchte er dem Bericht zufolge nach möglichen Komplizen. Spätestens im Mai 2025 habe er Kontakt zu dem 52-jährigen Afghanen Tawab M. aufgenommen, der demnach nun ebenfalls angeklagt wurde. Der Anklage zufolge habe sich M. bereit erklärt, eine Waffe zu beschaffen und einen Auftragskiller anzuheuern, der Beck töten sollte.Ali S. sei aber im Juni 2025 im dänischen Aarhus verhaftet und später nach Deutschland überstellt worden. Die Bundesanwaltschaft wirft ihm dem Bericht zufolge unter anderem Spionage für den Iran und „Agententätigkeit zu Sabotagezwecken“ vor. Sein mutmaßlicher Komplize Tawab M., der ebenfalls in Untersuchungshaft sitzt, muss sich demnach voraussichtlich wegen des Vorwurfs der versuchten Beteiligung an einem Mord verantworten.Der Verteidiger von Ali S., der Hamburger Rechtsanwalt Shahryar Ebrahim-Nesbat, sagte dem Magazin, dass man den Vorwürfen der Anklage entgegentreten werde. Für seinen Mandanten gelte uneingeschränkt die Unschuldsvermutung. Der Verteidiger von Tawab M. wollte sich demnach nicht äußern. Beck fordert Ausweisung des iranischen Botschafters Beck forderte Außenminister Johann Wadephul (CDU) auf, als Reaktion den iranischen Botschafter auszuweisen. „Deutschland darf nicht tatenlos zusehen, wie ausländische Staaten sich hierzulande an die Ermordung von Juden und Israelfreunden machen“, zitiert ihn das Magazin. Schuster sei wegen des beginnenden jüdischen Schawuot-Festes nicht erreichbar gewesen.Der Iran hatte bisher stets zurückgewiesen, in Deutschland Anschläge zu planen. Die deutschen Sicherheitsbehörden warnen vor aber vor Anschlägen der proiranischen Gruppe Harakat Aschab al-Jamin al-Islamija (Hayi) in Europa. Die Drohung der Gruppierung, sich „nicht mehr nur auf einfache Angriffe zu beschränken, sondern langfristig auch gefährlichere Tatmittel einzubeziehen“, sei neu, erklärte das Bundesamt für Verfassungsschutz gerade. Sicherheitspolitiker äußerten sich besorgt über die Aktivitäten der Gruppe, hinter der nach Einschätzung von Experten die iranischen Revolutionsgarden stecken könnten.Der Vize-Vorsitzende des Geheimdienste-Kontrollgremiums, Konstantin von Notz (Grüne), warnte vor einer „neuen Dimension der Bedrohung“, bei der die iranische Führung womöglich „gezielt“ sogenannte Wegwerf-Agenten als Proxys einsetzt, „um jüdische, israelische und mit Israel assoziierte Einrichtungen, aber auch iranische Regimekritikerinnen und -kritiker in der Diaspora beobachten, bedrohen und angreifen zu lassen“, sagte von Notz dem „Handelsblatt“.Auch der Terrorexperte Peter Neumann sagte, die zunehmende Gefahr von Anschlägen durch proiranische Täter mache die Auswirkungen des Iran-Kriegs auf Deutschland auch sicherheitspolitisch immer spürbarer. Mit Blick auf das Netzwerk Hayi sagte der Professor am Londoner King’s College der „Rheinischen Post“: „Es gibt mehrere Hinweise auf eine iranische Steuerung.“ Die Gruppe sei erst nach Beginn des Iran-Krieges sichtbar aktiv geworden und agiere in diesem Kontext.
Anklage gegen mutmaßlichen Agenten: Iran soll Ermordung von Josef Schuster und Volker Beck geplant haben
Der Präsident des Zentralrats der Juden und der Vorsitzende der Deutsch-Israelischen Gesellschaft waren nach Ansicht der Bundesanwaltschaft Attentatsziele des Regimes in Teheran. Zwei Männer sind in U-Haft.










