Eine frühere Mitarbeiterin der einstigen Schweizer Großbank Credit Suisse ist im Prozess im Zusammenhang mit dem Mosambik-Schuldenskandal entlastet worden. Das Bundesstrafgericht in Bellinzona im Schweizer Kanton Tessin sprach am Mittwoch die ehemalige Compliance-Expertin der Großbank vom Vorwurf der Geldwäsche frei. Eine Begründung des Entscheids lag nach dem zweitägigen Prozess zunächst nicht vor. Die Bankerin erhält eine kleine Entschädigung, der Bund übernimmt zudem die Anwalts- und Verfahrenskosten. Gegen das Urteil kann Berufung eingelegt werden.
Der Bankerin war vorgeworfen worden, im Jahr 2016 den Transfer von mehr als 600.000 Franken kriminellen Ursprungs nach Abu Dhabi organisiert zu haben. Die Verantwortung ranghöherer Manager konnte laut der Anklageschrift nicht individuell nachgewiesen werden.Die Credit Suisse hatte 2013 Kredite von über zwei Milliarden Dollar an drei staatliche Unternehmen in Mosambik arrangiert. Die Kredite hatten dazu beigetragen, das afrikanische Land vor einem Jahrzehnt in den Bankrott zu treiben. Auf Konten einer Gesellschaft bei der Credit Suisse gingen im Frühjahr 2016 rund 7,86 Millionen Dollar vom mosambikanischen Finanzministerium ein. Die Mitarbeiterin der Bank soll trotz Hinweisen auf eine kriminelle Herkunft der Gelder empfohlen haben, keine Meldung bei der Meldestelle für Geldwäscherei zu erstatten. Stattdessen sei die Geschäftsbeziehung beendet worden, wodurch die verbliebenen Gelder ins Ausland abgeflossen und damit gewaschen worden seien.







