Kevin Rittberger hat für das Theater Magdeburg ein Stück über die Folgen des Anschlags auf Weihnachtsmarkt 2024 geschrieben. Ein Treffen im Zentrum der verwundeten Stadt.
Kevin Rittberger geht die Magdeburger Ernst-Reuter-Allee entlang, vom Hauptbahnhof in Richtung Elbe. Bis zum Rand des Blickfelds, wo die Türme der Johanniskirche die Straße überragen, erheben sich zu seiner Linken sozialistisch-klassizistische Kolosse, erbaut in den 1950ern nach Vorbild der Berliner Karl-Marx-Allee. Die ehemalige Stalin- und spätere Wilhelm-Pieck-Allee war einst Aufmarschstraße für Großkundgebungen zur Zeit der DDR.
Rittberger ist Regisseur und Autor, er lebt in Berlin. Für das Theater Magdeburg hat er „Wunde Stadt“ geschrieben, seine Premiere ist am 23. Mai 2026. Das Stück soll einen „Beitrag zur Be- und Verarbeitung“ des grausamen Anschlags auf den städtischen Weihnachtsmarkt am 20. Dezember 2024 leisten, so steht es im Programmtext.
An jenem Tag war Taleb A., gegen den in Magdeburg der Prozess läuft, mit einem Mietwagen durch die Menschenmenge auf dem Alten Markt gerast. Sechs Menschen starben, Hunderte wurden verletzt. Festgenommen wurde Taleb A. kurz danach auf der Ernst-Reuter-Allee, nur wenige hundert Meter entfernt von dem Punkt, an dem Rittberger gerade in der Frühlingssonne steht.













