Deutsche Rentner und Rentnerinnen sind einer Studie zufolge weniger armutsgefährdet als gemeinhin angenommen. Zumindest dann, wenn die angesparten Vermögen in die Berechnung einfließen, teilt das arbeitgebernahen Institut der deutschen Wirtschaft (IW) mit. Das IW hat für seine Studie Daten der Bundesbank ausgewertet, die 4000 Haushalte zu ihrem Einkommen und Vermögen befragt hat. Ergebnis: Werden nur die Einkommen berücksichtigt, sind 17,8 Prozent der Rentner armutsgefährdet. Bezieht man die Vermögen mit ein, sinkt diese Quote auf elf Prozent. Im Durchschnitt verfügen Haushalte mit einem Altersrentner als Hauptverdiener demnach über ein Nettovermögen von rund 313 000 Euro. Der Median liegt bei knapp 140 000 Euro. Die Architektur der Alterssicherungssysteme sei besser als ihr Ruf, schlussfolgert das IW. „Wir führen die Rentendebatte auf der Basis nicht überzeugender Befunde“, sagt Jochen Pimpertz, Rentenexperte des Instituts.Die Bundesregierung ist im Moment dabei, das Rentensystem an mehreren Stellen zu reformieren. Kürzlich beschloss der Bundestag einen größeren Umbau der Riester-Förderung, also der privaten Altersvorsorge. Bald soll eine Kommission Vorschläge für die Reform der gesetzlichen Rente vorlegen. Es gibt Ideen wie die „Akademiker-Rente“, bei der Arbeitnehmer erst nach 45 Jahren abschlagsfrei in Ruhestand gehen könnten, oder den „Boomer-Soli“, eine Sonderabgabe, die insbesondere höhere Renten belasten würde. Solche Vorschläge haben zum Ziel, zwischen höheren und niedrigeren Renten umzuverteilen und die Zahl der armutsgefährdeten Rentner auf diese Weise zu senken.Das IW lehnt solche Ideen mit Verweis auf seine Studie ab. „Wer den Versicherungscharakter der Rente mit unvollständigen Armutszahlen aufweicht, riskiert teure Fehlanreize“, sagt Pimpertz. Von der Höhe einer gesetzlichen Rente allein lasse sich nicht auf die Wohlstandssicherung eines Haushalts im Alter schließen. Offenkundig planten viele Menschen ihre Altersvorsorge nicht nur über das laufende Einkommen, sprich über die Rente, sondern auch über das angesparte Vermögen. Altersarmut ließe sich nach Meinung des Instituts „treffsicherer“ mit der bereits bestehenden Mindestsicherung bekämpfen, die aus Steuern finanziert und bei der das Vermögen stets mit berücksichtigt wird.
Rentnerarmut in Deutschland: Studie des IW zeigt geringeres Risiko
Studie des IW zeigt, dass deutsche Rentner weniger armutsgefährdet sind, wenn Vermögen berücksichtigt wird und nicht nur das Einkommen.







