Viele Frauen haben zu wenig EisenWer sich beim Training oft schlapp fühlt, sollte das ernst nehmen. Denn eine neue Schweizer Studie attestiert Eisenmangel als weitverbreitetes Problem.Paolo Colombani17.05.2026, 05.30 Uhr2 LeseminutenAuch Fisch ist ein guter Eisenlieferant.GettyMüdigkeit im Sport kann viele Ursachen haben. Die Palette reicht von Schlafmangel und schlechter Erholung bis zu übertriebenem Training. Doch auch die Ernährung gehört zu den üblichen Verdächtigen. Neben einer zu tiefen Energiezufuhr kann sich die Ursache hinter einem Mikronährstoff verbergen: dem Eisen.Optimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenNZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.Eisen ist zentral für die Bildung des Hämoglobins, also des roten Blutfarbstoffs, der Sauerstoff transportiert. Gleichzeitig ist es an zahlreichen Prozessen beteiligt, die direkt oder indirekt mit körperlicher Leistung zusammenhängen. Ein Eisenmangel ist deshalb sowohl im Alltag als auch im Sport relevant. Wer joggt, Rad fährt oder Krafttraining betreibt, ist auf eine ideale Sauerstoffversorgung der Muskulatur angewiesen. Bereits moderate Einschränkungen können zu schnellerer Ermüdung oder dem Gefühl führen, nicht richtig in die Gänge zu kommen.Eine neue Schweizer Studie zeigt nun: Von über 2700 Frauen zwischen 18 und 54 Jahren wies jede fünfte einen Eisenmangel auf – sofern der seit Jahrzehnten verwendete Ferritin-Grenzwert von 15 Mikrogramm pro Liter herangezogen wird. Nutzt man dagegen den im Sport häufig verwendeten Grenzwert von 30 Mikrogramm pro Liter, war sogar fast jede zweite Frau betroffen. Studien aus dem Sport berichten entsprechend von 10 bis 60 Prozent der untersuchten Athletinnen mit Eisenmangel.Gleichzeitig konsumieren Frauen im reproduktiven Alter laut der nationalen Schweizer Verzehrsstudie nur rund 60 Prozent der empfohlenen Eisenzufuhr. Die ständigen Empfehlungen, weniger Fleisch zu konsumieren und die Ernährung stärker pflanzenbasiert auszurichten, bergen damit das Risiko, die Eisenversorgung zusätzlich zu verschlechtern. Denn Eisen aus Fleisch wird im Darm zu etwa 25 bis 30 Prozent absorbiert, während aus pflanzlichen Lebensmitteln meist nur etwa 2 bis maximal 10 Prozent aufgenommen werden. Entsprechende Hinweise finden sich bei der Bewerbung pflanzenbasierter Ernährungsweisen allerdings nur selten – obwohl sie dringend notwendig wären.Der Ernährungswissenschafter Dr. Paolo Colombani ist Präsident des unabhängigen Kompetenzzentrums Notabene Nutrition.Ein Artikel aus der «NZZ am Sonntag»Passend zum Artikel
Eisenmangel: Warum Frauen oft schlapp sind und was dagegen hilft
Wer sich beim Training oft schlapp fühlt, sollte das ernst nehmen. Denn eine neue Schweizer Studie attestiert Eisenmangel als weitverbreitetes Problem.










