Russland hält Großmanöver seiner Atomstreitkräfte ab Das russische Militär hält nach ⁠Angaben des Verteidigungsministeriums von diesem Dienstag bis Donnerstag ein Manöver seiner Atomstreitkräfte ab. Die Personalstärke werde mehr als 64.000 betragen. Unter anderem soll den Angaben zufolge auf russischem Gebiet ‌der Einsatz von ballistische Raketen und Marschflugkörpern geübt werden. Am Montag hatte auch das mit Moskau Verbündete Belarus mitgeteilt, Atomwaffenübungen abzuhalten. Die Ukraine kritisierte das scharf. Die Stationierung taktischer Atomwaffen in dem Land sei eine „beispiellose Herausforderung“ ⁠für die globale Sicherheit, teilte das Außenministerium in Kiew mit. „Indem der Kreml Belarus zu seinem nuklearen Aufmarschgebiet an den Grenzen der NATO macht, legitimiert er de facto die weltweite Verbreitung von Atomwaffen und schafft einen gefährlichen Präzedenzfall für andere autoritäre Regime.“ Die Regierung in Kiew fordert ihre westlichen Verbündeten zudem auf, die Sanktionen gegen Moskau und Minsk zu verschärfen. Solche Handlungen müssten von allen Staaten, die das ‌Regime zur Nichtverbreitung von Atomwaffen respektieren, unmissverständlich und entschlossen verurteilt werden. Ukraine und Russland melden gegenseitige LuftangriffeRussland hat in der Nacht ​zum Dienstag den größten ukrainischen Donau-Hafen Ismajil angegriffen. Dabei ⁠wurden nach Angaben örtlicher Behörden Hafenanlagen beschädigt. Fast alle Flugkörper seien abgeschossen worden, es gebe keine Opfer. ‌In der nordöstlichen Stadt Charkiw wurden zwei Menschen unter den Trümmern eines durch einen Drohnenangriff zerstörten Gebäudes ‌vermutet. Zwei ‌weitere Menschen seien gerettet worden, teilte Bürgermeister Ihor Terechow auf Telegram mit. Zudem wurden aus den Regionen Dnipropetrowsk, Mykolajiw ​und Saporischschja Angriffe ⁠gemeldet.Auch die Ukraine startete mehrere Angriffe. In der Region Jaroslawl nordöstlich von ​Moskau, wo sich Anlagen zur Erdölverarbeitung befinden, brach Gouverneur ⁠Michail Jewrajew zufolge ‌ein Feuer in einer Industrieanlage aus. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj schrieb auf der Plattform X, die russische Raffineriekapazität ⁠sei in ⁠den vergangenen Monaten um zehn Prozent gesunken. Russische Behörden ⁠meldeten ​weitere ⁠Angriffe auf Moskau, die Ukraine ​grenzenden Region Kursk mit einem Todesopfer, Rostow ‌und andere zentralrussische Gebiete.Uli PutzRussland meldet ukrainische Drohnenangriffe auf mehrere RegionenMehrere ⁠russische Regionen waren in der Nacht nach Angaben der örtlichen Behörden Ziel ukrainischer Drohnenangriffe. In der nordöstlich von Moskau gelegenen Region Jaroslawl warnte Gouverneur ‌Michail Jewrajew Autofahrer über den Kurznachrichtendienst Telegram davor, in Richtung der Hauptstadt zu fahren. Sie sollten stattdessen alternative Routen nutzen. Auch die Region Rostow ‌am Don wurde ‌dem dortigen Gouverneur zufolge mit Drohnen angegriffen.Uli PutzPutin: Beziehungen zu China auf „beispiellosem Niveau“Die Beziehungen zwischen Russland und China haben nach den Worten des russischen Präsidenten ‌Wladimir Putin ein „beispielloses Niveau“ an Verständnis und Vertrauen erreicht. Beide Länder seien bereit, sich bei Kerninteressen wie der ‌nationalen Einheit ‌und dem Schutz der Souveränität gegenseitig zu unterstützen, erklärte Putin in einer Videobotschaft vor seiner Reise nach China. Die ​strategische Verbindung zwischen Moskau und ⁠Peking spiele eine stabilisierende Rolle in der Welt. Zudem bauten beide Staaten ihre ​Zusammenarbeit in den Bereichen Wirtschaft, Politik und Verteidigung aktiv aus. ⁠Die Freundschaft richte ‌sich gegen niemanden, sondern diene dem Frieden und dem Wohlstand, fügte Putin mit Blick auf seine geplanten ⁠Gespräche mit dem chinesischen ⁠Präsidenten Xi Jinping hinzu.Uli PutzRussland: Drohne auf dem Weg nach Moskau abgefangenRussland hat nach Angaben des ​Moskauer Bürgermeisters ⁠Sergej Sobjanin eine Drohne auf dem ​Weg in ⁠die Hauptstadt abgefangen. Rettungskräfte ‌seien in dem ⁠Gebiet im Einsatz, in ⁠dem das ⁠Fluggerät ​abgestürzt ⁠sei, teilt ​Sobjanin über den Kurznachrichtendienst ‌Telegram mit.Merz: Führen mit Nachdruck Gespräche über FriedenslösungDie Europäer führen nach den Worten von Bundeskanzler ​Friedrich Merz derzeit Gespräche über eine Friedenslösung für die Ukraine. „Wir ⁠sind mit unseren europäischen Partnern seit langer Zeit in einem intensiven Dialog über unsere gemeinsamen Wege hin zu einer Friedenslösung“, sagte Merz ‌in Berlin nach einem Treffen mit dem neuen bulgarischen Ministerpräsidenten Rumen Radew. Diese Gespräche würden auch in diesen Tagen mit Nachdruck geführt, ‌fügte er hinzu. Dafür will Merz nach eigenen Angaben auch US-Präsident Donald Trump gewinnen. Er habe bei seinem Telefonat mit Trump in der vergangenen Woche verabredet, den Austausch spätestens beim ​G7-Treffen in wenigen Wochen im ⁠französischen Evian fortzusetzen, so Merz.Zur Frage nach einem Vermittler, etwa der früheren Bundeskanzlerin Angela Merkel, äußerte sich Merz nicht ​direkt. Russland müsse zu Verhandlungen bereit sein, dann könne man einen Vermittler bestimmen. Als ⁠Erstes müssten aber ‌die Kämpfe eingestellt werden, forderte der Bundeskanzler. Bislang habe Russland auf jedes Verhandlungsangebot mit noch heftigeren Angriffen reagiert.Merkel: Reicht nicht, wenn nur die USA den Kontakt zu Russland haltenIm Konflikt mit Russland hat die frühere Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) Europa zu mehr diplomatischen Anstrengungen aufgefordert. Sie halte es für richtig, die Ukraine militärisch zu unterstützen und darüber hinaus eine abschreckende Wirkung zu entfalten, sagte sie bei der Digitalkonferenz Republica im Gespräch mit dem WDR. „Was ich bedauere ist, dass Europa sein diplomatisches Potential aus meiner Sicht nicht ausreichend einsetzt.“„Diplomatie war immer die zweite Seite der Medaille, auch im Kalten Krieg“, sagte Merkel. „Militärische Abschreckung plus diplomatische Aktivitäten, das finde ich wichtig.“ Sie halte es für „nicht ausreichend“, wenn nur US-Präsident Donald Trump den Kontakt zu Russland halte. Merkel sprach sich weiter für die Erarbeitung einer gemeinsamen europäischen Haltung aus. „Putin zu unterschätzen, wäre ein Fehler, auch jetzt. Und uns nichts zuzutrauen, wäre genauso ein Fehler.“Russland warnt vor Eskalation am AKW Saporischschja Die Lage rund um das von Moskau besetzte und kontrollierte ukrainische Atomkraftwerk Saporischschja spitzt sich aus russischer Sicht bedrohlich zu. „Wir nähern uns immer mehr einem Punkt, ab dem es kein Zurück mehr gibt“, sagte Alexej Lichatschow, Leiter des Moskauer Atomkonzerns Rosatom. Der Konzern hatte das von russischen Truppen besetzte AKW unmittelbar nach Beginn der Invasion vor über vier Jahren unter seine Kontrolle gebracht. In der vergangenen Zeit häuften sich mutmaßlich ukrainische Artillerie- und Drohnenangriffe auf das Kraftwerksgelände.Lichatschow sagte, dass „dieses Spiel mit dem Feuer“ vor allem für Osteuropa gefährlich werden könne. Daher sollte sich Europa bemühen, die Lage rund um das AKW zu deeskalieren. Lichatschow gab an, dass sich auf dem Gelände des Kraftwerks rund 2600 Tonnen nukleares Brennmaterial befinde. „Und natürlich entstehen im Falle eines gezielten Treffers, insbesondere in Lagern für Kernbrennstoff, Risiken von regionaler Tragweite“, sagte er.Das mit sechs Reaktoren und einer Nennleistung von 6000 Megawatt größte Atomkraftwerk Europas steht seit März 2022 unter russischer Kontrolle.Litauen: Abgestürzte Drohne war mit Sprengstoff bestücktEine in Nordosten Litauens abgestürzte Drohne war mit Sprengstoff bestückt. Dies teilten die Behörden des baltischen EU- und NATO-Landes mit. Das unbemannte Flugobjekt wurde litauischen Medienberichten zufolge vor Ort von Spezialkräften an der Fundstelle in einem Feld im Bezirk Utena entschärft. Die abgestürzte Drohne war am Sonntag von Anwohnern gemeldet worden. Verletzte oder größere Schäden gab es nicht. Wann und wie der Flugkörper in den litauischen Luftraum eingeflogen ist und abstürzte, ist weiterhin unklar. Auch zu Herkunft und Art des Flugkörpers gab es zunächst keine näheren Angaben. Die Behörden vermuteten, dass es sich um eine ukrainische Drohne handelt. Utena liegt im Nordosten Litauens nahe der Grenze zu Lettland und Russlands Verbündeten Belarus. Fabian DrahmouneMutmaßlich ukrainische Drohne in Litauen abgestürztIn Litauen ist nach Behördenangaben eine vermutlich ukrainische Drohne abgestürzt. Das Flugobjekt sei nahe der ostlitauischen Stadt Utena zu Boden gegangen und nicht explodiert, teilten die Behörden am Sonntag mit. Verletzt wurde demnach niemand.Der Leiter des litauischen Krisenzentrums, Vilmantas Vitkauskas, sagte vor Journalisten, die Drohne sei „sehr wahrscheinlich“ ukrainisch gewesen. Weitere Angaben zu dem Vorfall wurden zunächst nicht gemacht.Fabian DrahmouneUkraine: Verletzte bei russischen Angriffen auf Odessa und DniproRussland hat die massiven ukrainischen Drohnenattacken auf Moskau in der Nacht mit Gegenangriffen beantwortet. Bei Drohnen- und Raketenangriffen auf Regionen im Zentrum und Süden der Ukraine wurden Behördenangaben zufolge mindestens zwölf Menschen verletzt. In der Hafenstadt Odessa trafen Drohnen demnach ein Wohngebäude und verletzten einen elfjährigen Jungen sowie einen 59-jährigen Mann. In der Stadt Dnipro wurden den Angaben zufolge mindestens neun Menschen verletzt, darunter ein Kind. Von unabhängiger Seite sind diese Angaben nicht überprüfbar.Beim Angriff auf Odessa am Schwarzen Meer beschädigten Drohnen außerdem einen Hörsaal einer Hochschule sowie einen Kindergarten, wie der Leiter der örtlichen Militärverwaltung, Serhij Lyssak, auf der Plattform Telegram schrieb. In der südostukrainischen Industriestadt Dnipro geriet durch den Angriff das Dach eines 24-stöckigen Hochhauses in Brand, wie der Chef der Militärverwaltung der Region Dnipropetrowsk, Olexander Hanscha, auf Telegram mitteilte. Zudem sei ein Lager getroffen worden und in Brand geraten, in dem Pyrotechnik gelagert worden sei. Aus der ganzen Stadt seien weitere Brände gemeldet worden. Das genaue Ausmaß der Schäden war zunächst unklar. Angriff bei besetztem AKW Saporischschja gemeldet Eine Fahrzeughalle des von Russland besetzten ukrainischen Kernkraftwerks Saporischschja ist nach russischer Darstellung von ukrainischer Artillerie getroffen worden. Das Gebäude sowie einige darin abgestellte Busse seien dabei beschädigt worden, Verletzte habe es nicht gegeben, teilte die Verwaltung des Kraftwerks mit. Zudem sei eine ukrainische Drohne beim Anflug auf das Kraftwerk von der Flugabwehr zerstört worden. Das mit sechs Reaktoren und einer Nennleistung von 6000 Megawatt größte Atomkraftwerk Europas steht seit März 2022 unter russischer Kontrolle. Es produziert derzeit keinen Strom. Mehrere ukrainische Rückeroberungsversuche scheiterten. Ein Team der internationalen Atombehörde IAEA ist ständig vor Ort, um die Lage zu beobachten und durch seine Präsenz einen Atomunfall zu verhindern. Selenskyj bestätigt ukrainischen Drohnenangriff auf Oblast Moskau Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat die Gegenschläge mit Drohnen gegen Moskau und die Hauptstadtregion als „völlig gerechtfertigt“ bezeichnet. Es handele sich um die Reaktion des Landes auf den andauernden russischen Angriffskrieg, teilte der Staatschef bei Telegram mit. Er veröffentlichte auch ein Video mit einer großen Rauchwolke in der Ferne – als angeblichen Beweis für die folgenreichen Angriffe nahe Moskau. „Die Konzentration der russischen Luftabwehr in der Region Moskau ist am größten. Aber wir überwinden sie“, sagte Selenskyj. Die ukrainischen weitreichenden Drohnen hätten Ziele in 500 Kilometer Entfernung von der Staatsgrenze der Ukraine erreicht. „Wir sagen den Russen ganz klar: Ihr Staat muss diesen Krieg beenden“, sagte er weiter. „Die ukrainischen Hersteller von Drohnen und Raketen setzen ihre Arbeit fort.“ Russland meldet großen ukrainischen AngriffDie russischen Streitkräfte haben in der Nacht nach Angaben des Verteidigungsministeriums im ganzen Land insgesamt 556 ukrainische Drohnen abgewehrt. Das berichtete Russlands staatliche Nachrichtenagentur Tass. Die Angaben aus Moskau konnten zunächst nicht unabhängig überprüft werden. Zuvor hatten russische Behördenvertreter im Raum Moskau und auf der besetzten Schwarzmeer-Halbinsel Krim von Drohnenangriffen berichtet. Sollten die russischen Angaben zur Zahl der abgeschossenen Drohnen zutreffen, würden sie auf einen großen Angriff der Ukraine hindeuten. Das Verteidigungsministerium in Moskau veröffentlichte keine Informationen dazu, wie viele Drohnen nicht rechtzeitig abgefangen werden konnten. Bei ukrainischen Angriffen auf die Region Moskau seien mindestens drei Menschen ums Leben gekommen, schrieb der Gouverneur des Moskauer Gebiets, Andrej Worobjow, auf Telegram. Mehrere Häuser und Wohnungen seien beschädigt worden und in Brand geraten. Moskaus Bürgermeister Sergej Sobjanin teilte auf Telegram mit, in der Hauptstadt seien mindestens zwölf Menschen verletzt worden, vor allem Arbeiter in der Nähe einer Ölraffinerie. Mehrere Häuser seien beschädigt worden. Auf den Hauptstadt-Flughäfen gab es zeitweilig keine Starts und Landungen wegen der Drohnengefahr. Schäden wurden auch aus der russisch besetzten Marinestadt Sewastopol auf der Krim gemeldet. Mehr ladenTickarooLive Blog Software