Eine russische Rakete tötet in Charkiw sieben Menschen. Präsident Selenskyj fordert mehr Waffen-Hilfe aus dem Ausland. In Finnland wird diskutiert, den Transport von Atomwaffen durch das Land zu erlauben. Moskau rügt den Vorstoß und wirft Finnland Eskalation vor. Mehr im Liveticker.Russland hat die Ukraine erneut mit Luftangriffen überzogen und allein in der zweitgrößten Stadt Charkiw im Osten zahlreiche Menschen getötet und verletzt. Finnland erwägt, den Transport von Atomwaffen anderer Nato-Staaten durch das Land zu erlauben. Moskau wirft ihnen damit eine Eskalation vor. Finnland erhöhe nur seine eigene Verwundbarkeit, warnte der Kremlsprecher. „Und wenn Finnland uns bedroht, ergreifen wir entsprechende Maßnahmen.“Alle Ereignisse rund um den Krieg in der Ukraine im Liveticker:16:55 Uhr – Schweden untersucht verdächtigen Frachter mit russischer BesatzungSchwedische Behörden nehmen ein unter guineischer Flagge fahrendes Frachtschiff unter die Lupe, das gestohlenes Getreide transportiert haben soll. Die Besatzung der „Caffa“ bestehe größtenteils aus Russen, teilte die Küstenwache auf einer Pressekonferenz mit. Die schwedische Nachrichtenagentur TT meldete, das Schiff stehe auf der Sanktionsliste der Ukraine.14:19 Uhr – Ukrainische Behörden sprechen von mindestens elf Toten Nach den massiven Angriffen Russlands auf die Ukraine in der Nacht haben die Behörden die Anzahl der Toten auf mindestens elf korrigiert. Zahlreiche weitere Menschen seien verletzt worden. Nach offiziellen Angaben wurden alleine in der zweitgrößten Stadt Charkiw nahe der Grenze zu Russland neun Menschen getötet. In der gesamten Ukraine wurde wegen der Angriffe mit dutzenden Raketen und hunderten Drohnen Luftalarm ausgelöst.Lesen Sie auch11:32 Uhr – Russland spricht von Großangriff auf ukrainische Energie- und MilitäranlagenDas ⁠russische Verteidigungsministerium spricht einem Agenturbericht zufolge von einem nächtlichen Großangriff auf Energie- und Militäranlagen in der Ukraine. Die Attacke habe unter anderem Flugplätzen für die Luftwaffe und Industrieanlagen mit Militärbezug gegolten, wird das Ministerium von der russischen Nachrichtenagentur Interfax zitiert. Eine unabhängige Bestätigung der Angaben ist zunächst nicht möglich.08:52 Uhr – Selenskyj drängt nach russischem Angriff auf weitere HilfenNach einem russischen Raketenangriff mit mutmaßlich bis zu sieben Toten fordert der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj die Verbündeten seines Landes zu weiterer Hilfe auf. Russland habe in der Nacht mit ⁠480 Drohnen ​und 29 ‌Raketen angegriffen und dabei den Energiesektor und die Eisenbahn-Infrastruktur ins Visier genommen, erklärt Selenskyj auf Telegram. „Russland hat seine Versuche nicht aufgegeben, Wohnungsbauten und kritische Infrastruktur der Ukraine zu zerstören.“ Daher benötige die Ukraine weiter die Unterstützung ihrer Partner in Form von Luftabwehr und Waffen.08:03 Uhr – Russische Rakete trifft Haus in Charkiw – Tote und VerletzteRussland hat die Ukraine erneut mit Luftangriffen überzogen und allein in der zweitgrößten Stadt Charkiw im Osten zahlreiche Menschen getötet und verletzt. Beim Einschlag einer ballistischen Rakete in einem Wohnhaus seien mindestens sieben Menschen getötet worden, teilte der Militärgouverneur von Charkiw, Oleh Synjehubow, am Morgen bei Telegram mit.02:36 Uhr – Nach Streit um Öllieferungen: Ungarn behält Wertsachen von freigelassenen Ukrainern einNach der vorübergehenden Festnahme mehrerer Ukrainer durch ungarische Behörden vor dem Hintergrund eines Streits um eine Öl-Pipeline hat Ungarn die festgenommenen Bankmitarbeiter wieder freigelassen – das bei der Festnahme beschlagnahmte Bargeld und Gold jedoch einbehalten. Ungarn habe die Wertsachen noch nicht zurückgegeben, erklärte der Chef der ukrainischen Zentralbank, Andryj Pyschnyj, auf Facebook. 00:39 Uhr – USA setzen in Ukraine erprobtes Waffensystem in Nahost einDie USA wollen ein amerikanisches Anti-Drohnen-System im Nahen Osten einsetzen, das sich in der Ukraine bei der Abwehr russischer Drohnen als wirksam erwiesen hat. Das als Merops bekannte System solle bald in die Region gebracht werden, um die Verteidigung gegen iranische Drohnen zu stärken, teilten zwei US-Vertreter mit. Zwar hätten die USA bisher die Luftabwehrsysteme der Typen Patriot und THAAD eingesetzt, um iranische Raketen abzuschießen, sagte eine der Gewährspersonen. Doch hätten die USA im Nahen Osten aktuell nur eine begrenzt wirksame Drohnenabwehr.Freitag, 6. März15:45 Uhr – Kiew will „in Kürze“ Militärexperten in die Golfregion entsendenDie Ukraine wird nach Angaben eines hochrangigen ukrainischen Regierungsvertreters „in Kürze“ Militärexperten in die Golfregion entsenden, um die USA und ihre Verbündeten bei der Abwehr iranischer Drohnen zu unterstützen. „Die Ankunft von ukrainischem Militärpersonal am Persischen Golf wird in naher Zukunft erwartet“, sagte der hochrangige Vertreter Kiews, der anonym bleiben wollte, der Nachrichtenagentur AFP. Demnach liefen Gespräche darüber, wie dieser Einsatz aussehen könnte.Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte am Donnerstag erklärt, die USA hätten Kiew um Unterstützung bei der Abwehr von iranischen Drohnen gebeten. Der Iran setzt Drohnen und Raketen bei seinen Angriffen als Reaktion auf die US-israelische Angriffe seit vergangenem Samstag ein. Die Ukraine hat in ihrem Abwehrkrieg gegen Russland auch viele Erfahrungen darin gesammelt, Drohnen abzuwehren. Der Iran hatte in den vergangenen Jahren iranische Drohnen an Russland geliefert.14:40 Uhr – Russland baut Litauen zufolge Truppen an Nato-Grenze ausRussland baut nach Einschätzung des litauischen Geheimdienstes seine Truppen an der Nato-Grenze aus und bereitet sich langfristig auf eine Konfrontation vor. Sollten die Sanktionen fallen, wäre Moskau in sechs Jahren zu einem großangelegten militärischen Konflikt mit dem Bündnis bereit, heißt es im jährlichen Bedrohungsbericht. Die Armee würde dann voraussichtlich ⁠um ​30 bis 50 ‌Prozent größer und moderner sein als vor dem Ukraine-Krieg.13:10 Uhr – Moskau wirft Finnland Atom-Eskalation vorNach Erwägungen Finnlands über eine mögliche Lockerung des Umgangs mit Atomwaffen hat Moskau dem nordischen Land Eskalation vorgeworfen. Die Überlegungen in Helsinki verschärften die Spannungen in Europa, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow russischen Agenturen zufolge. Finnland erhöhe nur seine eigene Verletzlichkeit, warnte er.Sollte Finnland Atomwaffen auf seinem Gebiet stationieren, beginne es, Russland zu bedrohen, sagte Peskow in Moskau. „Und wenn Finnland uns bedroht, ergreifen wir entsprechende Maßnahmen.“Derzeit herrscht in Finnland ein Verbot der Herstellung, Lagerung, Einfuhr und des Transports von Atomwaffen zu Land, See und in der Luft. Bei den Überlegungen geht es vor allem darum, ob Helsinki den Transport von Atomwaffen anderer Nato-Staaten durch sein Territorium erlauben soll. 13:06 Uhr – Ungarn: Ukrainischer Geldtransport unter Geldwäsche-VerdachtUngarns Behörden haben einen millionenschweren ukrainischen Geldtransport auf dem Weg durch Ungarn beschlagnahmt und sieben Begleiter festgenommen. Die Maßnahme sei im Rahmen eines Strafverfahrens wegen des Verdachts auf Geldwäsche erfolgt, teilte das ungarische Finanzamt (NAV) am Freitag auf seiner Webseite mit. Bei den Festgenommen handelt es sich um Mitarbeiter der staatlichen Oschadbank. In den Wagen hätten sich 40 Millionen US-Dollar, 35 Millionen Euro und 9 Kilogramm Gold befunden. Das ungarische Finanzamt bestätigte diese Zahlen. Lesen Sie auch12:41 Uhr – Ukraine und Russland tauschen jeweils 300 Kriegsgefangene ausInnerhalb von zwei Tagen haben die Ukraine und Russland zum zweiten Mal Kriegsgefangene ausgetauscht. „Weitere 300 Verteidiger kehren aus der russischen Gefangenschaft zurück“, schrieb der ukrainische Präsident bei Telegram. Russland habe ebenfalls zwei ukrainische Zivilisten übergeben. Die zwischen 26 und 60 Jahre alten Militärs sind demnach zum Teil seit 2022 in Kriegsgefangenschaft gewesen.09:15 Uhr – Russische Zeitung: Iran-Krieg trifft die Ukraine schwerDie russische Tageszeitung „Iswestija“ schreibt über mögliche Auswirkungen des Iran-Kriegs auf die Ukraine. Steigende Preise für Kohlenwasserstoffe könnten Russland zusätzliche Einnahmen aus Öl und Gas verschaffen, während sich für die Ukraine Treibstoff verteuere. Zudem würden an der neuen Front amerikanische Waffen und Munition eingesetzt, die ohnehin knapp seien. Diese Ausrüstung stehe dadurch der Ukraine nicht mehr zur Verfügung, heißt es in der Zeitung.07:49 Uhr – Russland meldet zwei Tote durch ukrainischen DrohnenangriffBei einem ukrainischen Drohnenangriff auf eine von Russland besetzte Region im Süden der Ukraine sind russischen Angaben zufolge zwei Menschen getötet worden. Zwölf Menschen seien verletzt worden, erklärte der vom Kreml eingesetzte Gouverneur des von Russland kontrollierten Teils der Region Cherson, Wladimir Saldo, im Onlinedienst Telegram.02:15 Uhr – Neun Verletzte bei Drohnenabsturz auf KrimBeim Absturz einer abgeschossenen ukrainischen Drohne in Sewastopol auf der von Russland annektierten ‌Halbinsel Krim ⁠sind nach Angaben ​des von Russland ⁠eingesetzten Gouverneurs neun Menschen verletzt worden. Die Drohne ‌sei ⁠neben einem fünfstöckigen ‌Wohnhaus ​niedergegangen, ⁠sagte Gouverneur ​Michail Raswoschajew. Unter den ‌Verletzten ​seien drei ‌Kinder. 00:49 Uhr – Kiew wirft Budapest Geiselnahme und Diebstahl vorDer Streit zwischen Ungarn und der Ukraine um den Transit von Öllieferungen aus Russland hat mit einem Geiselnahmevorwurf aus Kiew eine neue Eskalationsstufe erreicht. „Heute in Budapest haben die ungarischen Behörden sieben ukrainische Staatsbürger als Geiseln genommen“, schrieb der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha auf der Plattform X. Der Vorgang sei kriminell, klagte er. Bei den Festgenommen handelt es sich um Mitarbeiter einer Staatsbank. Zudem sollen die ungarischen Behörden Geld in Millionenhöhe und Goldbarren konfisziert haben.Donnerstag, 5. März23:01 Uhr – Ukraine unterstützt USA bei DrohnenabwehrDie Ukraine will die USA bei der Abwehr iranischer Drohnen unterstützen. Man habe eine entsprechende Anfrage aus Washington erhalten, erklärt Präsident Selenskyj auf der Plattform X. Er habe die Entsendung von Spezialisten und Ausrüstung angeordnet, um beim Schutz vor „Schahed“-Drohnen zu helfen.Einem Insider zufolge sollen die ukrainischen Experten in den kommenden Tagen ihre Arbeit aufnehmen. Die Ukraine hat im Abwehrkampf gegen Russland umfangreiche Erfahrungen mit den iranischen Kamikaze-Drohnen gesammelt. Selenskyj hat einen Tausch von ukrainischen Abfangdrohnen gegen Patriot-Luftabwehrraketen angeregt.Lesen Sie auch16:10 Uhr – Luftaufnahmen zeigen gewaltiges Loch in gesunkenem TankerDer mit Flüssiggas beladener russischer Tanker „Arctic Metagaz“ ist im Mittelmeer gesunken. Das Schiff ist 277 Meter lang und 43 Meter breit. Luftaufnahmen zeigen ein gewaltiges Loch entlang des Rumpfs.13:01 Uhr – Gefangenenaustausch zwischen Russland und UkraineRussland und die Ukraine tauschen je 200 Kriegsgefangene aus. Das teilt das Verteidigungsministerium in Moskau mit. Trotz des seit vier Jahren andauernden Krieges und ausbleibender Fortschritte bei Friedensverhandlungen übergeben beide Seiten immer wieder Gefangene und die sterblichen Überreste von Soldaten, ⁠zuletzt in ​der vergangenen Woche.12:57 Uhr – Ukraine meldet russischen Angriff auf Frachtschiff im Schwarzen MeerDie russischen Streitkräfte haben nach Angaben der Ukraine ein Frachtschiff im Schwarzen Meer angegriffen. Am Mittwochabend habe eine Drohne ein ziviles Schiff, das unter panamaischer Flagge unterwegs gewesen sei, angegriffen, erklärte der Chef der Militärverwaltung der Region Odessa, Oleh Kiper. Mehrere Besatzungsmitglieder seien bei dem Angriff verletzt worden.10:12 Uhr – Selenskyj: Bemühen uns um Verschiebung der trilateralen GesprächeDie Ukraine bemüht sich ⁠um ​eine Verschiebung ‌der Gespräche zur Beendigung des Kriegs. Hintergrund sei die Lage im Nahe Osten, teilt Präsident Wolodymyr Selenskyj mit. Die Ukraine habe diesbezügliche mit den USA Kontakt aufgenommen. Es ‌sei über eine Verschiebung ⁠und ​Verlegung der nächsten Runde gesprochen worden. „Das nächste trilaterale ⁠Treffen zwischen der Ukraine, den USA und Russland war für den Zeitraum ‌vom ⁠5. bis ‌9. ​März geplant, ⁠abhängig von ​den Entwicklungen weltweit. Derzeit ‌gibt es ​einen weiteren Krieg im ‌Nahen ‌Osten“, erklärt Selenskyj auf X.07:02 Uhr – Putin droht mit Stopp der Gaslieferungen in EUAngesichts des von der EU geplanten Embargos gegen russisches Gas denkt Kremlchef Wladimir Putin darüber nach, die Lieferungen nun selbst schon vorher zu stoppen. „Jetzt öffnen sich andere Märkte. Und vielleicht ist es für uns vorteilhafter, jetzt sofort die Lieferungen für den europäischen Markt einzustellen“, sagte Putin in einem auch vom Kreml veröffentlichten Interview des russischen Staatsfernsehens. Demnach erwägt der Präsident dem Inkrafttreten der EU-Sanktionen zuvorzukommen.Putin sagte, dass er nur laut darüber nachdenke, ob die Orientierung auf andere Märkte und das Fußfassen dort für Russland jetzt nicht günstiger sei. Eine Entscheidung sei nicht gefallen. Er beauftrage aber die Regierung und die Unternehmen, einen solchen Schritt zu prüfen. Putin betonte zwar einmal mehr auch, dass Russland ein verlässlicher Lieferant auch in Europa bleiben wolle. Dabei hat er aber vor allem treue Kunden wie Ungarn und die Slowakei im Blick.Putin behauptete, dass es keinen politischen Hintergrund für seine Überlegungen gebe. Es gehe ums Geschäft. Wenn die EU ohnehin bald kein russisches Gas mehr abnehme, „ist es besser, jetzt selbst aufzuhören und in die Länder zu gehen, die zuverlässige Partner sind, und uns dort zu etablieren“, sagte er. AFP/Reuters/KNA/dpa/jmr/krott