Dorfklub in der Bundesliga: Rührstück aus dem Saarland

Elversberg steigt tatsächlich auf. In die Freude mischt sich Sorge um die Attraktivität der Liga im Ausland. Doch um die ist es eh schlecht bestellt.

Jubel auf dem Dorfplatz: Elversbergs David Mokwa schlägt vor lauter Freude ein Rad

Elversberg also. Der nächste Klub aus irgendeinem Kaff, das nicht weiter erwähnenswert ist, hat also den Aufstieg in die Bundesliga geschafft. Das Saarland, das meist auf seine Funktion als Vergleichsmaß für Flächen reduziert wird, hat wieder einen Erstligisten. Nicht einmal einen Bahnhof gibt es in dem Ort, in dem sich in der kommenden Saison Multimillionäre wie Harry Kane in für ihre Verhältnisse unwürdigen Kabinen das Trikot überstreifen werden. Die Riesen bei den Zwergen. Fußballromantiker, was willst du mehr?

Hannover 96 ganz bestimmt nicht. Der Klub, der die Chance zum Erstligaaufstieg am letzten Spieltag vergeigt hat, gilt zwar als Traditionsverein, ist aber in den vergangenen Jahren eigentlich immer nur ins Bewusstsein der Fußballöffentlichkeit getreten, wenn der frühere Klubboss Martin Kind mal wieder eine Klage gegen die 50+1-Regel angestrengt hat. Die sorgt dafür, dass ein Investor zwar jede Menge Anteile an einem Klub kaufen kann, die Mehrheit der Stimmen in den entscheidenden Gremien aber immer beim Verein bleibt. Wer zahlt, kann also nicht anschaffen. Es ist eine elende Diskussion.