Vor dem Hintergrund scharfer Kritik von Anwohnenden und Naturschutzverbänden wird das „Heartbeatz Festival“ Mitte Juni doch nicht auf dem Gelände einer ehemaligen Kiesgrube in Waldperlach stattfinden. Die Veranstaltung zieht um ins „Lucky Star“, einem im Sommer 2025 eröffneten Zwischennutzungsquartier auf dem früheren Firmenareal von Knorr-Bremse nördlich des Olympiadorfs, teilen die Organisatoren mit. Dort habe das Festival „den perfekten Rahmen für ein außergewöhnliches Wochenende voller Musik, Emotionen und Gemeinschaft“.Emotional geht es bei dem Thema freilich schon zu, seitdem die Pläne für das Festival auf der Fläche zwischen dem Krankenhaus Neuperlach und dem Perlacher Wald vor einigen Wochen publik geworden sind. So wandten sich nicht nur mehrere Anwohnende mit ihren Sorgen und ihrer Kritik an den Bezirksausschuss Ramersdorf-Perlach (BA), der die Veranstaltung daraufhin in einer Stellungnahme ablehnte. Sondern auch die Münchner Kreisgruppen des Landesbunds für Vogel- und Naturschutz sowie des Bund Naturschutz machten gegen ein dreitägiges Festival mit bis zu 20 000 Besucherinnen und Besuchern pro Tag an dem Standort mobil.„Heartbeatz Charity-Open-Air“:Neues Festival für bis zu 20 000 Menschen in München – doch die Nachbarn haben etwas dagegenHit-DJ Robin Schulz und Rapper Gzuz sind für das dreitägige „Heartbeatz Charity-Open-Air“ in einem alten Kieswerk angekündigt. Was dort geplant ist und was die Anwohner stört.Eine solche Veranstaltung gefährde geschützte Tiere, die in der einstigen Kiesgrube der Firma Mächler und ihrer Umgebung lebten, und zerstöre deren Lebensraum, warnten die Naturschutzverbände. Bei den Anwohnenden drehten sich die Ängste dagegen vornehmlich um Lärm, Vermüllung und Verkehr, die bei einem Musikfestival dieser Größe erwartbar seien. „Wir sind uns alle einig, dass das kein geeigneter Ort für eine solche Veranstaltung ist“, sagte etwa BA-Chef Thomas Kauer (CSU).Seitens der Veranstalter verwies Leo Wagenhofer, der mit seinem Partner Christopher Kersten hinter dem Festival steht, dagegen auf ein Gutachten, wonach die Lärmbelastung für die Umgebung nur gering sei. Zudem werde eine seit Jahren brachliegende Fläche endlich wieder genutzt, betonte Wagenhofer. Er unterstrich auch den karitativen Ansatz des Festivals. So gehe der komplette Gewinn aus dem Ticketverkauf an wohltätige Organisationen; unter anderem kooperiere man hierzu mit der Deutschen Kinderkrebshilfe und der Deutschen Knochenmarkspenderdatei. Das „Heartbeatz Festival“ solle „bodenständig, familiär und regional“ werden, sagte Wagenhofer. Mitte April berichtete er, dass die Vorarbeiten am Veranstaltungsgelände bereits angelaufen seien.Doch nun erfolgt also die Kehrtwende: Statt im Münchner Südosten findet das Festival im Nordwesten der Stadt statt – an der Moosacher Straße im „Lucky Star“, hinter dem der Zwischennutzungs-Experte Michi Kern steht. Im Zuge des Umzugs wird die Veranstaltung von drei auf zwei Tage verkürzt, ist nunmehr also nur noch am 13. und 14. Juni.Die bereits angekündigten Künstlerinnen und Künstler bleiben laut Veranstalter an Bord; unter anderem werden Star-DJ Robin Schulz, der Hamburger Rapper Gzuz sowie Mike Singer, Anna Grey, Cassö und einige mehr auf der Bühne stehen. „Statt eines klassischen Großgeländes erwartet die Besucher nun ein exklusiveres und persönlicheres Festivalformat mit direkter Nähe zu den Acts“, werben die Organisatoren für den neuen Veranstaltungsort. Für eine Stellungnahme zu dem Umzug waren sie in den vergangenen Tagen nicht erreichbar.In ihrer Mitteilung heißt es, dass Freitagstickets entweder zurückgegeben oder auf einen Wunschtag umgebucht werden können. Für Inhaberinnen und Inhaber eines Wochenendpasses soll es Anfang September „ein weiteres Heartbeatz Special geben – ohne zusätzliche Kosten“. Vorerst aber müssen sich die Organisatoren um die Genehmigung ihres Festivals am neuen Standort bemühen. Für eine Veranstaltung auf dem einstigen Kieswerk-Gelände in Waldperlach war das Verfahren bereits angelaufen. Infolge des Umzugs müsse es nun jedoch von Neuem beginnen, teilt das zuständige Kreisverwaltungsreferat mit.