Ein internationales Forschungsteam aus Würzburg und Berlin hat ein KI-System entwickelt, das realistische Bilder von Darm-Polypen erzeugen kann. In einer internationalen Studie konnten selbst erfahrene Endoskopiker die KI-generierten Aufnahmen häufig nicht zuverlässig von echten Koloskopie-Bildern unterscheiden. Die in „Endoscopy International Open“ veröffentlichte Arbeit untersucht, wie realistisch synthetische medizinische Bilddaten inzwischen geworden sind und welches Potenzial sie für Ausbildung und KI-Training haben.

Für die Darmkrebsprävention ist die Koloskopie zentral, weil sich dabei Polypen erkennen und einordnen lassen. Für die Ausbildung von Ärztinnen und Ärzten sowie für die Entwicklung KI-gestützter Assistenzsysteme werden große Mengen hochwertiger Bilddaten benötigt. Das Problem dabei ist, dass medizinische Bilddaten sehr sensibel sind, ihre Weitergabe ist datenschutzrechtlich und ethisch aufwendig. Das Forschungsteam um Philipp Sodmann und Alexander Hann von der Universitätsklinik Würzburg wollte deshalb prüfen, ob synthetische Bilder eine praktikable Alternative sein können. Zu ähnlichen Ergebnissen kam beispielsweise auch eine Studie zu KI-generierten Gewebebildern.