Nach dem Tod von fünf italienischen Taucherinnen und Tauchern in einer Höhle auf den Malediven ist offenbar ein weiterer Taucher ums Leben gekommen. Wie die Bild-Zeitung berichtete, war der Mann ein Rettungstaucher, der an den schwierigen Bergungsversuchen der Leichen in bis zu 60 Metern Tiefe beteiligt gewesen war.Laut dem Staatspräsidenten der Malediven, Mohamed Muizzu, habe der Taucher zur maledivischen Nationalen Verteidigungsstreitkraft (MNDF) gehört. Er sei noch in kritischem Zustand in ein Krankenhaus eingeliefert worden, dort aber gestorben, wie ein Regierungssprecher laut Bild mitteilte.Die fünf Italiener waren am Donnerstag von einem Höhlentauchgang in großer Tiefe nicht zurückgekehrt. Das italienische Außenministerium hatte am Donnerstagabend ihren Tod bestätigt. Nach Angaben der Universität Genua waren unter den Opfern eine Professorin für Meeresbiologie, deren Tochter und zwei junge Forscher. Das fünfte Opfer war demnach der Tauchlehrer der Gruppe. Malediven entziehen Schiff die Lizenz auf unbestimmte Zeit Die Behörden haben bereits die Betriebslizenz des Luxusboots, dessen Passagiere die verunglückten Taucher gewesen waren, ausgesetzt. Die Erlaubnis der „MV Duke of York“ werde bis zum Abschluss der Ermittlungen zu dem Unfall vom Donnerstag im Vaavu-Atoll auf unbestimmte Zeit suspendiert, erklärte das Tourismus- und Luftfahrtministerium des Inselstaats am Samstag. Bei der „Duke of York“ handelt es sich um ein 36 Meter langes Luxusboot, das bis zu 25 Gäste aufnehmen kann. Der wichtigste Regierungssprecher der Malediven, Mohamed Hussain Shareef, erklärte, es werde untersucht, warum die Gruppe unterhalb der offiziell erlaubten Tiefe von 30 Metern getaucht sei. Die Leiche eines Tauchers wurde den Angaben zufolge in einer Höhle in 60 Metern Tiefe gefunden. Laut Informationen der Bild soll es sich dabei um den Tauchlehrer der Gruppe handeln. Die Suche nach den vier übrigen Italienern dauerte am Samstag den dritten Tag an.Das Vaavu-Atoll liegt rund 90 Minuten mit dem Schnellboot von der Hauptstadt Malé entfernt. Der Inselstaat im Indischen Ozean gilt als Luxusreiseziel und Paradies für Taucher. Die Malediven bestehen aus 1192 kleinen Koralleninseln, die sich über rund 800 Kilometer entlang des Äquators erstrecken. Unfälle beim Tauchen und Wassersport gelten dort als vergleichsweise selten. In den vergangenen Jahren war es jedoch zu mehreren tödlichen Vorfällen gekommen. (AFP, Tsp)