Xi provoziert Trump mit einer Bemerkung. Der reagiert nicht eben souverän. Und muss den Gipfel doch als Erfolg feiern.

Die eine Macht ist im Abstieg, die andere im Aufstieg. Und wenn die eine Macht die andere als Hegemon verdrängt, dann ist ein Krieg sehr wahrscheinlich. Das ist die Kernaussage der sogenannten Thukydides-Falle, benannt nach einem antiken Historiker.

Xi Jinping erwähnte diese vermeintliche Falle nun gegenüber Donald Trump während dessen Besuch in Peking. Trump brauchte offenbar etwas, bis ihm aufging, dass Xi damit ja gesagt hatte, dass die USA im Abstieg begriffen seien. Er ging noch von seiner Suite in Peking aus auf Truth Social und schrieb: Xi könne nur die Vereinigten Staaten gemeint haben, die unter Joe Biden gelitten hätten, und unmöglich die, die unter ihm seit 16 Monaten einen „unglaublichen Aufstieg“ erlebt hätten. Es hätte souveränere Reaktionen auf diese kleine Provokation gegeben.

Doch die Frage, welche der zwei Weltmächte eigentlich die mächtigere ist, schwebte über diesem Gipfel. Sind die USA noch der Hegemon, oder hat Peking Washington schon als politisches Zentrum der Welt abgelöst? Es ist gut möglich, dass Historiker diesen Gipfel in Peking im Mai 2026 als einen Wendepunkt interpretieren werden.