PfadnavigationHomePanoramaTod von Serkan Çalar„Mehrere Schläge gezielt in Richtung des Kopfes“ – Soldat spricht über dramatischen Minuten im ZugVeröffentlicht am 08.02.2026Lesedauer: 4 MinutenNach dem tödlichen Angriff auf einen Zugbegleiter in Rheinland-Pfalz fordert Polizeigewerkschafter Andreas Roßkopf mehr Bundespolizisten an Bahnhöfen und den Einsatz von Bodycams: „Bei 5700 Bahnhöfen und Haltepunkten ist dies unumgänglich.“Ein Soldat der Bundeswehr griff noch ein, als der Zugbegleiter bei Landstuhl geschlagen wird. Nun berichtet er, wie die Tat ablief. Zudem meldet sich die Familie des getöteten Serkan Çalar. Sie möchte, dass fortan der volle Name des 36-Jährigen genannt wird.Nach dem tödlichen Angriff auf den Zugbegleiter Serkan Çalar spricht ein Bundeswehrsoldat über die dramatischen Minuten im Regionalexpress. Er habe versucht, das Leben des 36-Jährigen zu retten. „Ich hatte zu 100 Prozent die Hoffnung, dass er überlebt“, sagt der Soldat T-Online.Als der Zugbegleiter in dem Regionalexpress bei Landstuhl von einem Schwarzfahrer attackiert wird, greift der Bundeswehrsoldat ein. Der 23-jährige Hauptgefreite springt auf, als der Zugbegleiter angegriffen wird. „Ich danke dem Bundeswehrsoldaten, der auf dem Zug Erste Hilfe geleistet hat“, hatte auch Bahn-Chefin Evelyn Palla nach der Tat auf LinkedIn geschrieben.Lesen Sie auchLeon, der seinen Nachnamen nicht veröffentlicht sehen möchte, war am Montagabend auf dem Weg zu seiner Kaserne in Zweibrücken, wo er in einem Fallschirmjägerregiment ist. Er habe zwei bis drei Reihen hinter dem 26-jährigen Schwarzfahrer gesessen und das Geschehen „genau im Blick gehabt“. Der Mann sei „von Anfang an sehr aggressiv“ gewesen, habe trainiert ausgesehen und gesagt, „dass er Kampfsporterfahrung hat“.„Mehrere Schläge gezielt in Richtung des Kopfes“Als der Zugbegleiter den Fahrgast ohne Ticket, nach bisherigen Ermittlungen ein Grieche mit Wohnsitz in Luxemburg, kontrollierte und mit Polizei sowie einem Verweis aus dem Zug drohte, eskalierte die Situation. „Der Täter setzte mehrere Schläge gezielt in Richtung des Kopfes des Zugbegleiters“, berichtet Leon. „Daraufhin ist der Schaffner zusammengeklappt – direkt auf den Schoß einer jungen Frau.“ Mindestens drei Schläge habe er gezählt.Der Soldat eilte sofort zu dem Verletzten. „Ich habe durch den Zug geschrien, dass mir jemand helfen soll.“ Gemeinsam mit einem weiteren Mann brachte er den Zugbegleiter in die stabile Seitenlage. „Er hatte noch Puls. Ich war die ganze Zeit bei ihm.“ Angst habe er nicht gehabt, sagt Leon, aber: „So eine Situation hatte ich in meinem Leben noch nie.“Kurz vor der Einfahrt in den Bahnhof Homburg verschlechterte sich der Zustand des Zugbegleiters. „Er hatte plötzlich keinen Puls mehr. Seine Augen haben sich geöffnet. Er hat nicht mehr geatmet.“ Er habe mit Wiederbelebungsmaßnahmen beginnen wollen, „aber dann kam schon die Polizei“. Erst mit der Todesnachricht zwei Tage später habe er das Geschehen „so richtig realisiert“. „Es war eine absolute Schockmeldung.“ Lesen Sie auchDer 36 Jahre alte Bahnmitarbeiter starb später in einer Klinik an einer Hirnblutung. Der Tat verdächtigt ist ein 26 Jahre alter Mann. Gegen ihn erging ein Haftbefehl wegen Totschlags.Familie möchte, dass der volle Name genannt wirdNach seinem gewaltsamen Tod bat die Familie darum, den vollen Namen von Serkan Çalar zu nennen. „Die Hinterbliebenen von Serkan Çalar trauern um ihn als einen Menschen, Familienvater, Sohn und Bruder, der für seine Familie und sein Umfeld ein fester Anker war, warmherzig, freundlich, ruhig und zuverlässig“, teilten die Anwälte der Familie mit. Der 36-Jährige sei der älteste von fünf Brüdern und alleinerziehender Vater von zwei Kindern gewesen. „Zudem war er aktuell verlobt und freute sich auf die gemeinsame Zukunft und die geplante Hochzeit mit seiner Verlobten. Der Verlust wiegt unermesslich schwer“, teilten die Anwälte im Auftrag der Familie mit.Für die Familie stünden nun zwei Interessen im Vordergrund. Zum einen die vollständige Aufklärung der Abläufe und Hintergründe. „Nur die Wahrheit ermöglicht eine Verarbeitung und kann zur Bewältigung der Trauer
Tod von Serkan Çalar: „Mehrere Schläge gezielt in Richtung des Kopfes“ – Soldat spricht über dramatischen Minuten im Zug - WELT
Ein Soldat der Bundeswehr griff noch ein, als der Zugbegleiter bei Landstuhl geschlagen wird. Nun berichtet er, wie die Tat ablief. Zudem meldet sich die Familie des getöteten Serkan Çalar. Sie möchte, dass fortan der volle Name des 36-Jährigen genannt wird.










