PfadnavigationHomeRegionalesHamburgHamburgs teures Klo„Da landen mehrere Millionen Euro im Abfluss – im wahrsten Sinne des Wortes“Veröffentlicht am 17.10.2025Lesedauer: 2 MinutenDie Baustelle für die Toilettenanlage am Gerhart-Hauptmann-Platz - hier im Jahr 2021 zur Zeit der SanierungQuelle: Bertold FabriciusNach Millioneninvestitionen und monatelanger Sperrung zieht Hamburg die Reißleine: Die unterirdische Toilettenanlage am Gerhart-Hauptmann-Platz wird verfüllt. Grund sind Bauprobleme und ein Wasserschaden. Der Bund der Steuerzahler spricht von einem „Sinnbild für diesen Senat“.Es sollte ein Prestigeprojekt werden, mitten in der Innenstadt, unter der Mönckebergstraße: Glas und Stahl, Fahrstuhl, Wickeltisch, sogar ein genderneutraler Raum. Hamburg wollte zeigen, dass selbst ein Klo Glanz haben kann. Doch das im wahrsten Sinne des Wortes stille Örtchen ist seit fast zwei Jahren stillgelegt – und nun wird es endgültig zugeschüttet.Die Umweltbehörde, das Bezirksamt Hamburg-Mitte und die Stadtreinigung haben entschieden: Die unterirdische Toilettenanlage am Gerhart-Hauptmann-Platz wird nicht wieder hergestellt. 2021 war mit dem Umbau der alten Anlage, deren Ursprünge bis 1900 zurückgehen, begonnen worden. Zum Tag der Deutschen Einheit 2023 wurde das neue unterirdische Super-Klo eröffnet. Doch schon nach wenigen Monaten wurde es geschlossen, weil durch die Wände Wasser in die Waschräume dran. Der Bau aus 2021 wurde entfernt, ein neuer geplant. Doch den wird es nun nicht geben.Lesen Sie auchGrund sind „erhebliche Anforderungen an die Baulogistik sowie widrige Umstände im gesamten Baufeld“, wie die Behörden mitteilen. Eine Fortführung hätte den Verkehr und den Einzelhandel noch viele monatelang massiv beeinträchtigt. Schon längst ärgern sich die Bürger über den Schandfleck in Premiumlage. Stattdessen wird die entkernte Fläche verfüllt und gepflastert, damit der Weihnachtsmarkt wie geplant stattfinden kann. Langfristig soll eine oberirdische „Toilette für alle“ entstehen.Damit endet ein Projekt, das längst zum Sinnbild für Fehlplanung geworden ist. Die Anlage war im Oktober 2023 nach einer Sanierung für 2,08 Millionen Euro wiedereröffnet worden. Ein Gutachten zu den Wasserschäden ergab: Die beauftragte Firma hatte keine wasserdichte Wanne eingebaut. Wer für die Zusatzkosten aufkommt, ist offen. Die Stadtreinigung, die die Anlage in Auftrag gegeben hatte, prüft Regressansprüche. Eigentlich wollte man die Anlage mit neuem Bau wieder entstehen lassen. Es gab sogar schon einen Eröffnungstermin, zuletzt wurde der auf 2027 verschoben. Nun das Aus für das Projekt.Lesen Sie auchDer Bund der Steuerzahler reagiert empört. Landeschef Sascha Mummenhoff spricht von „mehreren Millionen Euro im Abfluss – im wahrsten Sinne des Wortes“. Und er legt nach: „Dieser Senat schafft es nicht einmal, eine öffentliche Toilette funktionsfähig zu halten, und will gleichzeitig eine neue Oper, ein Hafenmuseum sowie den Elbtower stemmen. Und dann ist da auch noch die Olympia-Bewerbung!“Hamburg plant derzeit mehrere milliardenschwere Vorhaben – darunter den Neubau der Oper, das Hafenmuseum, das Naturkundemuseum im Elbtower und eine mögliche Olympia-Bewerbung. Hinzu kommen die Verpflichtungen aus dem Zukunftsentscheid, der die Stadt zu zusätzlichen Milliardeninvestitionen in den Klimaschutz verpflichtet. Mummenhoffs Fazit: „Wer nicht einmal ein Klo dicht bekommt, sollte vorsichtiger mit Milliardenprojekten umgehen.“juve
Hamburgs teures Klo: „Da landen mehrere Millionen Euro im Abfluss – im wahrsten Sinne des Wortes“ - WELT
Nach Millioneninvestitionen und monatelanger Sperrung zieht Hamburg die Reißleine: Die unterirdische Toilettenanlage am Gerhart-Hauptmann-Platz wird verfüllt. Grund sind Bauprobleme und ein Wasserschaden. Der Bund der Steuerzahler spricht von einem „Sinnbild für diesen Senat“.






