Der Bücherherbst des letzten Jahres war Italien als Gastland der Frankfurter Buchmesse gewidmet. Einer der Höhepunkte dieser Literatur, Matteo Melchiorres Debüt ,„Der letzte Cimamonte“, wurde allerdings in Deutschland kaum besprochen. Dabei ist es ein großartiger Roman, in dem man Spiegelungen berühmter Vorbilder ebenso wahrnimmt wie eine ureigene Weltsicht: Wie Giovanni Verga zeigt er die unbarmherzigen Gesetze des Landlebens; wie Giuseppe Tomasi di Lampedusa und Andrea Giovene erforscht er über eine dekadente Adelsfamilie den Gang der Welt; wie Italo Svevo seziert er ein tragikomisch-inkompetentes Bewusstsein. Vor allem aber vollbringt er das Meisterstück literarischer Alchemie: die Vorbilder in einer komplexen, mitreißenden Erzählung zu verschmelzen, die alle Register zieht.
Matteo Melchiorres Roman „Der letzte Cimamonte“
Der Fürst als wutbürgerlicher Apfel an einem toten Baum: Matteo Melchiorres großartiger Roman „Der letzte Cimamonte“ erzählt von einem Adligen auf dem Dorf und einem widerborstigen Bauern.







