PfadnavigationHomePanoramaOktoberfest wieder geöffnetZweite Leiche nach Feuer in München entdeckt – Behörden geben Details bekanntVeröffentlicht am 01.10.2025Lesedauer: 5 MinutenDas Oktoberfest ist nach der Explosion im Münchner Norden und einer Bombendrohung am Abend wieder für Besucher geöffnet worden. Anna-Lena Kempf und Daniel Koop berichten aus München.Ein Wohnhaus brennt, Explosionen sind zu hören und im Inneren gibt es Sprengfallen: Mittlerweile ist der tote Tatverdächtige von München identifiziert – die Polizei meldete eine weitere Leiche. Das Oktoberfest ist wieder geöffnet. Die Lage im Überblick.Ein Großbrand mit Explosionen im Münchner Norden hat die Menschen aufgeschreckt. Der Brandstifter ist laut Polizei tot. Ein weiterer Toter wurde entdeckt. Außerdem sorgte eine Sprengstoff-Drohung gegen das Oktoberfest für eine stundenlange Sperrung des Wiesn-Geländes. Der Überblick.Der Brand: Am Morgen gab es in einem Wohnhaus im Münchner Stadtteil Lerchenau Explosionen und ein Feuer. In dem brennenden Haus befanden sich mehrere Sprengfallen. Nach WELT-Informationen stießen Ermittler dort auf Handgranaten mit Stolperdraht. Experten sind mit der Entschärfung beschäftigt. Der Täter: Die Polizei entdeckte danach am Lerchenauer See einen verletzten Mann, der später an seinen Verletzungen gestorben ist. Bei ihm handelt es sich laut Polizei wohl um den Tatverdächtigen. Der 57-jährige Deutsche lebte demnach in Starnberg. „An seiner Meldeadresse sind im Laufe des Vormittags auch Durchsuchungsmaßnahmen durchgeführt worden“, sagte ein Sprecher.Nach WELT-Informationen soll es sich bei dem Verdächtigen um Martin P. handeln. Der Mann arbeitete als Hausmeister, Handwerker und Garten-Konstrukteur und ist nach Polizeiangaben bislang nicht polizeilich in Erscheinung getreten. Er sei „bislang ein unbeschriebenes Blatt“ – auch im Bereich des Staatsschutzes. Der Mann habe weder über waffen- noch sprengstoffrechtliche Erlaubnisse verfügt und hatte nach Angaben der Polizei einen Rucksack dabei, in dem sich eine Sprengvorrichtung befand, die zunächst entschärft werden musste. Die nähere Umgebung wurde evakuiert, die betroffenen Anwohner betreut. Die Opfer: Bei dem Feuer und den Explosionen wurden zwei Frauen verletzt. Es handelt sich nach Angaben der Polizei um die 21 Jahre alte Tochter und die 81 Jahre alte Mutter des Tatverdächtigen. Sie kamen ins Krankenhaus. Die Tochter soll laut Polizei leicht, die Mutter mittelschwer verletzt sein. Bei einer Pressekonferenz gab die Polizei bekannt, dass eine Leiche im Wohnhaus gefunden wurde. Weil das Gebäude derzeit noch zu heiß ist, konnte der Leichnam bislang nicht geborgen werden. Bei dem Toten soll es sich um den 90-jährigen Vater des Tatverdächtigen handeln. Lesen Sie auchDer Hintergrund: Offenbar ist eine Auseinandersetzung des 57 Jahre alten Tatverdächtigen um die Vaterschaft seiner Tochter Auslöser gewesen. Der Mann habe in einer Petition zum bayerischen Landtag dem Institut, das seine Vaterschaft der Tochter bestätigt habe, Bestechlichkeit vorgeworfen, sagte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) in München vor Journalisten zur Motivlage.Demnach hatte der 57-Jährige die Vaterschaft bestritten und dies untersuchen lassen. Er habe nach der Bestätigung der Vaterschaft erklärt, das zuständige Institut sei bestochen worden und habe ein falsches Gutachten abgegeben. Dies habe er sowohl dem Landtag als auch dem Bundesjustizministerium vorgetragen. Der Mann habe sich offenbar mit der Situation nicht abfinden wollen. Herrmann sagte, es gebe keinerlei Hinweise auf eine sonstige radikale Haltung des Manns. Auch wenn es unbegreiflich erscheine, gehe es offenbar nur um diese innerfamiliären Dinge.Das Oktoberfest: Im Tatort-Umfeld wurde ein von dem Verdächtigen verfasstes Schreiben gefunden, das „eine unspezifische Sprengstoff-Drohung mit Bezug zum Oktoberfest“ enthielt, wie die Polizei mitteilte. Ab 9.30 Uhr suchten Polizisten deshalb die Theresienwiese ab. Das Oktoberfest-Gelände wurde deswegen zunächst gesperrt und von Ermittlern durchsucht. Am Mittwochnachmittag teilte Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) schließlich mit: Das Oktoberfest wird ab 17.30 Uhr wieder öffnen. Die Polizei habe ihn informiert, dass eine Fortführung der Wiesn unbedenklich sei. Zeugen berichten: „Dann hat‘s gebrannt“Um 4.41 Uhr war ein Notruf eingegangen, Anwohner im Stadtteil Lerchenau im Norden der bayerischen Landeshauptstadt hörten explosionsartige Geräusche oder Schüsse und sahen die Flammen. Ein Anwohner sagt, er sei „gegen circa fünf Uhr aufgewacht, weil es ein paar Mal gescheppert hat. Aufgestanden, nachgeschaut, und dann hat‘s gebrannt.“Eine weitere Anwohnerin berichtete von einer beißenden Rauchwolke, der Brandgeruch war weithin wahrnehmbar. Noch Stunden später war der Rauch aus der Ferne zu sehen. „Es wird alles evakuiert, die ganze Straße“, sagte eine Frau. Die Polizei sperrte den Bereich großräumig ab, der Verkehr staute sich.Schwer bewaffnete Einsatzkräfte waren in dem normalerweise sehr ruhigen Viertel am Rande Münchens unterwegs. Die Polizei ordnete einen Evakuierungsradius von 200 Metern rund um das brennende Gebäude an, der von den Anwohnern geräumt werden sollte. Auch eine Mittelschule wurde gesperrt. Die Feuerwehr war nach Angaben eines Sprechers mit etwa 100 Mann vor Ort.Der Tatverdächtige hatte nach Angaben der Polizei einen Rucksack dabei, in dem sich eine Sprengvorrichtung befand, die zunächst entschärft werden musste. Bei der Spurensicherung an den ausgebrannten Autos fanden Ermittler zudem einen verdächtigen Gegenstand, zu dem sich ein Sprecher nicht näher äußern wollte.Auf der Website indymedia.org war am frühen Morgen ein angebliches Bekennerschreiben der Antifa gepostet worden, das sich später als falsch herausstellte. „Bei dem Post auf Indymedia handelt es sich um einen Trittbrettfahrer“, teilte das Polizeipräsidium München gegenüber WELT mit. Es gebe keinen Bezug zur Antifa. Derzeit seien noch mehr als 500 Polizisten im Einsatz.Hinweis: Dieser Text wird laufend aktualisiert.Haben Sie suizidale Gedanken, oder haben Sie diese bei einem Angehörigen/Bekannten festgestellt? Hilfe bietet die Telefonseelsorge: Anonyme Beratung erhält man rund um die Uhr unter den kostenlosen Nummern 0800 / 111 0 111 und 0800 / 111 0 222. Auch eine Beratung über das Internet ist möglich unter telefonseelsorge.de. Eine Liste mit bundesweiten Hilfsstellen findet sich auf der Seite der Deutschen Gesellschaft für Suizidprävention. Wissen, Selbsttest und Adressen rund um das Thema Depression unter deutsche-depressionshilfe.de. Angehörige finden hier Hilfe: www.bapk.dedpa/ll/gub/lep/malu/cvb
Zweite Leiche nach Feuer in München entdeckt – Behörden geben Details bekannt - WELT
Ein Wohnhaus brennt, Explosionen sind zu hören und im Inneren gibt es Sprengfallen: Mittlerweile ist der tote Tatverdächtige von München identifiziert – die Polizei meldete eine weitere Leiche. Das Oktoberfest ist wieder geöffnet. Die Lage im Überblick.















