Uns kommt die Zukunft abhanden. Ein Gefühl der Zukunftslosigkeit entsteht, wenn sich ein subjektives Gefühl verhinderter Möglichkeiten einstellt. Kann man die eigenen Potentiale nicht verwirklichen, fällt es schwer, darüber nachzudenken, wer man sein könnte. Dies gilt ebenso für Gesellschaften. In der Moderne richtete sich der Blick auf die Zukunft, in Erwartung von Fortschritt und Veränderung: Die Kinder werden es einmal besser haben als ihre Eltern. Noch in den Nachkriegsjahrzehnten gingen Modernisierungstheoretiker davon aus, dass die soziale Ungleichheit immer weiter abnehmen werde. Und mit dem ökonomischen Wachstum vergrößere sich auch die individuelle Autonomie.
Kolumne „Kritik und Krise“ von Carolin Amlinger über Zukunft
Kommt einem das Gefühl abhanden, den eigenen Lebensweg beeinflussen zu können, macht sich ein Gefühl der Ohnmacht breit. Es kann sich sich auf die gesamte Gesellschaft erstrecken.








