Uns kommt die Zukunft abhanden. Ein Gefühl der Zukunftslosigkeit entsteht, wenn sich ein subjektives Gefühl verhinderter Möglichkeiten einstellt. Kann man die eigenen Potentiale nicht verwirk­lichen, fällt es schwer, darüber nach­zudenken, wer man sein könnte. Dies gilt ebenso für Gesellschaften. In der Moderne richtete sich der Blick auf die Zukunft, in Erwartung von Fortschritt und Veränderung: Die Kinder werden es einmal besser haben als ihre Eltern. Noch in den Nachkriegsjahrzehnten gingen Modernisierungstheoretiker da­von aus, dass die soziale Ungleichheit immer weiter abnehmen werde. Und mit dem ökonomischen Wachstum vergrößere sich auch die individuelle Autonomie.