Im Frühjahr 2018 war es fast so weit. Die Wasserreserven von Kapstadt neigten sich dem Ende zu, nachdem eine Drei-Jahre-Dürre das größte Trinkwasserreservoir der südafrikanischen Metropole – den Theewaterskloof-Stausee – fast ausgetrocknet hatte. Wer in der Vier-Millionen-Stadt damals den Wasserhahn aufdrehte, der sah keinen Strahl mehr, sondern nur ein Rieseln, da die Wasserwerke den Druck abgesenkt hatten. Auf Plakaten wurde die Bevölkerung zum Wassersparen aufgerufen, in öffentlichen WCs kam kein Wasser mehr aus dem Hahn, dafür standen Desinfektionsspender bereit.
Schließlich kündigten die Behörden für den April den „Tag null“ an, von dem an überhaupt kein Wasser mehr aus den Leitungen kommen würde. Stattdessen sollten sich die Leute einmal am Tag zu Ausgabeorten begeben. Panik machte sich in der Stadt breit. Polizei und Militär wurden in Alarmbereitschaft versetzt für etwaige Unruhen.
Die Katastrophe wurde noch einmal abgewendet. Geradeso, dank der rigiden Wasserrationierung und des am Ende doch noch einsetzenden Regens. Dennoch bleibt das Ereignis die größte städtische Dürre in der jüngeren Weltgeschichte, ein Bote des sich entfaltenden Klimawandels. Seither ist die Frage, wann die ersten Großstädte, die ersten Regionen, tatsächlich ihren „Day Zero“ erleben werden?







