PfadnavigationHomePodcastsAha!Wissenschafts-PodcastVerlernt unser Gehirn durch Google Maps das Orientieren?Veröffentlicht am 23.09.2025Lesedauer: 3 Minuten„Sie haben Ihr Ziel erreicht.“ Für viele Menschen gehört dieser Satz inzwischen zum Alltag. Doch während Navigations-Apps uns mühelos von A nach B bringen, stellt sich die Frage: Verkümmert dabei unser Orientierungssinn? Ein Kognitionsforscher klärt auf, wie sich Navi und Co. auf unsere geistigen Fähigkeiten auswirken.Außerdem geht es um die Frage, warum Meerwasser eigentlich salzig ist. Hier können Sie die Folge direkt hören: Abonnieren Sie den Podcast unter anderem bei Spotify, Apple Podcasts, Amazon Music oder direkt per RSS-Feed.Hier bekommen Sie schon einen kurzen Einblick in den Inhalt der Folge:Ohne Smartphone von A nach B? Für viele Menschen heute kaum vorstellbar. Dabei ist die Fähigkeit, sich im Raum zurechtzufinden, eine unserer wichtigsten kognitiven Leistungen. In dieser Folge von „Aha! Zehn Minuten Alltagswissen“ erklärt der Professor für Altersforschung, Kognition und Technologie Prof. Thomas Wolbers, wie unser inneres Navigationssystem funktioniert, warum Training den Hippocampus stärken kann – und wieso es sich lohnt, das Navi auch mal bewusst auszuschalten.Orientieren: wie funktionieren mentale Karten? Tatsächlich ist räumliche Orientierung eine kognitive Höchstleistung. Das Gehirn verarbeitet dabei Landmarken, Entfernungen und Richtungen, baut eine mentale Karte auf und speichert diese ab. „Im Prinzip arbeiten drei Systeme zusammen: der Hippocampus als eine Art GPS, Gitterzellen im entorhinalen Kortex für Entfernungen und Richtungen sowie die sogenannten Richtungszellen, die wie ein Kompass funktionieren“, erklärt Prof. Thomas Wolbers vom Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen in Magdeburg.Wer durch eine unbekannte Stadt läuft, merkt sich markante Punkte – etwa eine Kirche, einen Platz oder ein auffälliges Gebäude. Schritt für Schritt entsteht daraus eine innere Karte. Global sichtbare Orientierungspunkte wie Flüsse oder Türme erleichtern zusätzlich die Navigation. Wie gut dieser Prozess gelingt, ist individuell sehr unterschiedlich – genetische Faktoren, persönliche Strategien und Erfahrung spielen eine Rolle.Training für den Hippocampus Eine Studie mit Londoner Taxifahrern zeigt: Ihr Hippocampus – das Gehirnzentrum für räumliche Erinnerung – war messbar größer als bei anderen Berufsgruppen. Denn anders als Busfahrer, die immer die gleiche Strecke fahren, müssen Taxifahrer ständig neue Wege planen. Das könnte eine Schutzwirkung im Alter haben. Erste Hinweise deuten darauf hin, dass intensives Navigieren das Gehirn resistenter gegen degenerative Prozesse machen könnte.Schadet das Navi?Moderne Navigationshilfen nehmen uns diese Arbeit ab. Je stärker wir uns auf Google Maps und Co. verlassen, desto weniger fordert das unser Gehirn heraus. Ob das langfristige strukturelle Veränderungen im Gehirn zur Folge hat, ist wissenschaftlich noch nicht abschließend belegt.Doch es gibt einfache Tipps: Beim Mitfahren nicht abschalten, sondern aktiv den Weg mitverfolgen. Immer wieder alternative Routen ausprobieren, statt stur denselben Weg zu gehen. Und das Navi auch mal bewusst ausschalten.Diese Zusammenfassung wurde mithilfe von KI aus dem Transkript unseres Wissenschaftspodcasts erstellt.„Aha! Zehn Minuten Alltagswissen“ ist der Wissenschafts-Podcast von WELT. Darin klären wir, was es mit weitverbreiteten Mythen auf sich hat. Und welche Sie davon wirklich glauben können. Lindert ein Konterbier den Kater? Und härtet kaltes Duschen ab? Was stimmt wirklich – und was nicht? Wir gehen außerdem psychologischen Phänomenen auf den Grund: Der Angst, etwas zu verpassen zum Beispiel. Oder der Frage: Warum wir im Schlaf reden? Um all diese Fragen zu beantworten, sprechen wir mit Expertinnen und Experten, die uns helfen, die Welt noch besser zu verstehen. Faktenbasiert und auf dem aktuellen Stand der Forschung – und das alles in nur zehn Minuten. „Aha! Zehn Minuten Alltags-Wissen“ erscheint immer dienstags, mittwochs und donnerstags ab 5 Uhr. Wir freuen uns über Feedback an wissen@welt.de.