Der Blick des Gennaro Gattuso, er war an diesem verrückten Abend der gleiche wie zuvor in seiner Karriere. Ein wilder, furchteinflößender, bisweilen grimmiger Gesichtsausdruck war einst sein Markenzeichen als Spieler, dem es in keiner Sekunde seiner Karriere an Intensität mangelte. Wer nun aber Milde erwartete beim 47 Jahre alten Gattuso, angekommen im ehrwürdigen Amt des italienischen Nationaltrainers, der musste am Montagabend nur an die Seitenlinie blicken, um zu sehen: Der Wahnsinn in den Augen ist Gattuso erhalten geblieben. Ganz unabhängig davon, was auf dem Feld passierte.

Ein schier unglaubliches Auf und Ab ergab sich vor den Trainerbänken, ein Spiel „da morire“, „zum Sterben“, sei es gewesen für ihn als Trainer, sagte Gattuso später. 5:4 für Italien stand es nach 90 Minuten und Nachspielzeit gegen Israel in Debrecen in Ungarn, wo Israel wegen des Krieges seine Heimspiele austrägt. Eine große Fußballnation rettete mal wieder gerade so ihre Ehre – und erhielt sich die Chance, an der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 teilzunehmen.

David Alaba

Die Rückkehr des „Playing Captain“

Fast eineinhalb Jahre musste Österreichs Nationalcoach Ralf Rangnick auf seinen Spielführer verzichten. David Alaba war zwar oft mit dabei – aber nie auf dem Rasen. Nun soll der 33-Jährige das Team zur WM führen.