Wer nicht aufpasst, könnte das Fuyuan glatt übersehen. Es liegt ein wenig unscheinbar in der Augustenstraße, zwischen Lampenläden und Spielhallen. Vor dem Lokal ein paar Tische, am Eingang eine Speisekarte, zusammengepappt mit Tesa. Auf Selbstvermarktung scheinen sie hier jedenfalls keinen großen Wert zu legen, nicht mal eine Homepage hat das Fuyuan.

Umso größeren Wert legen sie auf das Essen, auf authentische Gerichte und herausragendes Handwerk. Und das schon mal vorweg: Beides findet sich hier so gut und überzeugend wie in ganz wenigen anderen chinesischen Restaurants in München.

Tatsächlich gibt es das Fuyuan schon eine ganze Weile. Seit 2002 bieten sie hier Gerichte aus verschiedenen Regionalküchen Chinas an, sowohl kantonesische als auch solche aus Sichuan oder Peking. Vom Gefühl her würde Murke sagen, dass sich das Lokal in den vergangenen paar Jahren aber noch mal etwas mehr rumgesprochen hat. Vielleicht auch, weil Köche wie Benjamin Chmura, der Küchenchef des Tantris, in Interviews vom Fuyuan geschwärmt haben. Höchste Zeit also, sich ein Bild zu machen.

Die Einrichtung folgt dem bewährten Prinzip „form follows function“, was in diesem Fall heißt: schlichte Tische, dunkel vertäfelte Wände und eine ausgeprägte Liebe zum Laminat. Man könnte auch sagen: Wie draußen geht es auch drinnen vor allem ums Essen. Und da möchte Murke zuvorderst die Dim Sum preisen, die der Bedeutung ihres Names – Speisen, die das Herz berühren – alle Ehre machen.