Wer kennt sie nicht, die Physik-Lektion des Lehrers Bömmel im ziemlich angestaubten Film „Die Feuerzangenbowle“. Mit „Wo simmer denn dran?“ steigt er ein, um sich dann den Dingen mit einem „da stelle mer uns janz dumm und da sage mer so“ zu nähern. Wir stellen uns heute auch mal ganz dumm: Wenn wir noch nie in China waren und „chinesisches Essen“ nur in Läden probiert haben, in denen aus ein paar Fleischsorten plus Tofu, einer Gemüsemischung und drei oder vier verschiedenen Soßen gefühlt hundert Gerichte herbeigezaubert werden, woran erkennt man die echte chinesische Küche? Sagen wir es so: Am einfachsten wohl daran, dass viele Chinesen das Lokal besuchen, weil sie dort das bekommen, was sie in den meisten Asienkneipen hierzulande nicht finden.
Die Gäste des Chinarestaurants Long in Martinsried waren an den Abenden etwa zu 80 Prozent asiatischer Herkunft. Also ein deutliches Zeichen dafür, dass man hier richtig ist, auch wenn das in diesem Gewerbegebiet nicht unbedingt zu erwarten ist. Vor dem Haus ein Großparkplatz, im Parterre ein Discounter, im Untergeschoss ein Supermarkt, im ersten Stock eine Spielhalle, daneben der Eingang zum Long.
Erster Eindruck: Der große Gastraum strahlt den Charme eines Bahnhofrestaurants irgendwo im Nirgendwo aus. Der zweite: gar nicht so schlimm, angenehm wenig rot-goldene China-Deko, dafür an der Stirnwand ein riesiger Bildschirm, auf dem sich ständig grell farbig gekleidete Sänger und Tänzer auf grell farbigen Bühnen bewegen. Der Ton ist zum Glück nicht so grell eingestellt.






