Wer behauptet, dass man Farben nicht schmecken kann, hat wohl noch nie Matcha getrunken. Im Lavy Café in Schwabing finden Geschmacksnerven heraus: Grün schmeckt nach frisch gemähter Wiese, nach mild-bitterem Aufwachen, nach sanften Teenoten – nach Matcha eben. Der japanische Wachmacher hat Münchens Karten erreicht, lange bevor das Ehepaar Nguyen im April das Café Lavy in der Hohenzollernstraße eröffnete. Aber im jüngsten Matcha-Hoch schufen sie dem Getränk ein neues, stylishes Zuhause.
Das trinkbare Grün gibt es im Lavy auf Weiß als Matcha Latte (5,60 Euro), auf Eis als Iced Matcha Latte (6,10 Euro), auf Gelb oder Rot mit hausgemachtem Erdbeer- oder Mangopüree (6,70 Euro). Geübte Zungen schmecken, dass hier Teepulver höchster Qualität verrührt wird, aus der Uji-Region um Kyoto. Schlechte Matchas klumpen, verfärben sich grau-gelb, schmecken bitter oder algig – nicht hier.
Wer statt Grün altbekanntes Braun will, bekommt aus einer italienischen Siebträgermaschine kräftigen Kaffee aus vietnamesischen Bohnen. Selbst die Farbe Lila ist vertreten: Saisonal gibt es Ube-Latte, ein nussig-süßes Getränk aus philippinischer Jamswurzel.
Eine solche Farbpalette erfreut nicht nur das Auge, sondern auch die Smartphonelinse, „instagrammable“ nennt die Zielgruppe das. Das Interieur des Lavy ist hauptsächlich Bühne: minimalistisch-modern, fast steriles Weiß wird nur von zwei Olivenbäumen und den Designer-Holzstühlen unterbrochen. Es surrt der elektrische Matcha-Besen, die Karte liest der Gast von großen Bildschirmen an der Wand. Ganz im Zeitgeist des „Japandi“-Stils, der skandinavische Naturnähe mit japanischer Moderne verknüpfen soll.






