In Schweden kennt sie jeder: Rawa Majid alias „Kurdischer Fuchs“ und Simail Abdo, Spitzname „Erdbeere“. Die beiden Bandenchefs haben sich in den vergangenen zwei Jahren einen geradezu absurd brutalen Krieg geliefert. Schulkinder wurden als Killer angeheuert, nicht nur die Mitglieder der jeweils anderen Gang wurden angegriffen, sondern auch deren Familienangehörige.
Seltsam war dann aber, dass die Handlanger der beiden Bosse von Ende 2023 an plötzlich auch Attentate gegen israelische Einrichtungen verübten. Dank einer meisterhaft recherchierten Doku-Serie des schwedischen Fernsehsenders SVT weiß man nun, warum. Und wie das Eine, nämlich die skrupellose Familienfehde, mit diesen atypischen Anschlägen auf Botschaften und auf eine Rüstungsfirma zusammenhängt.
Nachdem der schwedisch-türkische Dealer Ismail Abdo 2022 anfing, seinem ehemaligen Chef, dem schwedisch-kurdisch-iranischen Paten Rawa Majid, auf dem Drogenmarkt Konkurrenz zu machen, brach ein Krieg los. Der war selbst für schwedische Verhältnisse beispiellos, nahezu täglich gab es Anschläge, Bomben sprengten ganze Hausfassaden weg, Dagens Nyheter recherchierte, dass allein zwischen Januar und September 2023 weit über 100 Außenstehende von der Gewalt betroffen waren. Premierminister Ulf Kristersson erwog, das Militär gegen die Banden einzusetzen.








