Große Beharrlichkeit und Zielstrebigkeit, ja vielleicht sogar Sturheit, das ist es, was den Bauunternehmer und Genussmenschen Fritz Eichbauer immer ausgezeichnet hat. Wie sonst hätte er, allen Widerständen zum Trotz, 1971 das Restaurant Tantris in Schwabing grünen können? Niemand ahnte doch damals, dass es einmal eine Münchner Institution werden würde, die ihresgleichen sucht. Nun ist der Mann, der stets größer dachte, als andere im Alter von 97 Jahren gestorben. Er sei, teilt sein Sohn Felix Eichbauer mit, „friedlich zu Hause im Bett in Anwesenheit der Familie entschlafen“.

Weil sein Vater früh starb, musste Fritz Eichbauer schon früh Verantwortung übernehmen. 1952, als frisch gebackener Diplom-Bauingenieur übernahm er bereits mit Anfang 20 den Familienbetrieb. Eines seiner ersten Projekte, sei damals, so steht es in einem Nachruf der Familie, der Wiederaufbau der Zentrale des Feinkost-Unternehmens Dallmayr in der Münchner Innenstadt gewesen.

Seine Liebe für gutes Essen entwickelte Eichbauer auf seinen Reisen nach Frankreich und in die Schweiz. Gepaart mit seiner Lust zu gestalten und Neues zu entwickeln, entstand so die Idee, die Spitzengastronomie in ein nach seinen Vorstellungen gestaltetes Restaurant nach München zu holen. „Außer gestandenen Wirtschaften gab’s in München nichts Vernünftiges! Ich wollte auch in meiner Heimatstadt gut essen gehen“, soll Eichbauer oftmals auf die Frage erwidert haben, was seine Beweggründe waren, in eine ihm völlig fremde Branche einzusteigen. In einer dreijährigen Plan- und Bauphase erschuf er das Tantris gemeinsam mit seiner Frau Sigrid-Ursula und dem Schweizer Architekten Justus Dahinden. Als Koch konnte er den damals noch jungen Küchenchef Eckhart Witzigmann gewinnen. Die Flaschen für den großen Weinkeller des Tantris wählte Eichbauer offenbar über viele Jahre selbst aus - bis die erste Sommelière Deutschlands, Paula Bosch, ihm diese stetig wachsende Aufgabe dann abnahm.