PfadnavigationHomeSatireArtikeltyp:SatireVerspätete GeneralsanierungDeutsche Bahn verspricht, Zugreisen unattraktiver zu machenVeröffentlicht am 01.08.2025Lesedauer: 3 MinutenKeine Passagiere, keine Probleme: So soll Bahnfahren in Zukunft aussehenQuelle: picture alliance/dpa/Uwe ZucchiDie Generalsanierung bei der Deutschen Bahn verspätet sich um mindestens fünf Jahre. Zum Ausgleich verspricht der Konzern einen schnelleren Abbau beim Service. Das Ende der Familienreservierung ist erst der Anfang.Tolle Nachrichten für alle, die dachten, bei der Deutschen Bahn könne man sich auf nichts mehr verlassen: Der Konzern bleibt seinem Verspätungs-Markenkern treu. So wird die Generalsanierung des maroden Schienennetzes mindestens fünf Jahre länger dauern als ursprünglich geplant. Das geht aus einem schon 2023 abgesendeten, aber jetzt erst in veränderter Satzreihung angekommenen Schreiben der für die Infrastruktur zuständigen Tochter DB InfraGo an andere Verkehrsunternehmen hervor.Doch keine Sorge: Als Ausgleich für das unerwartete Plus an Stillstand kündigte das Unternehmen an, den Abbau von Service und Komfort „entschlossen vorzuziehen“. So heißt es aus der Konzernzentrale: „Wenn langfristig niemand mehr Bahn fährt, wird sich auch niemand mehr beschweren. Wir erwarten die beste Kundenzufriedenheit, die wir jemals hatten.“ Aus für Familienreservierungen erst der BeginnAls ersten, bereits viel beachteten Schritt in diese Richtung hat die Bahn die Familienreservierungen gestrichen. Grund sei laut Bahn-Berater Walter Schneckerich, dass sich Familien auf Langstrecken sowieso emotional stark voneinander entfremdeten. „Wer fünf Stunden in einem defekten Großraumwagen feststeckt, der ist am Ende innerlich ohnehin geschieden und hat seine Kinder zur Adoption freigegeben“, erläutert Schneckerich. Lesen Sie auchDass nicht alle Kundinnen und Kunden den Wegfall der familienfreundlich günstigeren Reservierungen beklagen, sieht man bei der Bahn gelassen. So berichtete etwa eine Mutter aus Bad Berleburg: „Wir saßen dann verteilt – mein Mann im Fahrradabteil auf einem fremden E-Bike, ich auf der abgesperrten Toilette, die Kinder bei einem Junggesellenabschied aus Herne. Aber irgendwie war das auch süß. Unser Jüngster sagt jetzt immer 'Prost, ihr Lappen!', wenn er sich einen Schnaps aufmacht.“Bahn will Kundenunzufriedenheit optimierenMan halte dieses positive Feedback für einen bedauerlichen Einzelfall, heißt es seitens der Bahn beschwichtigend. Ohnehin plant der Konzern, mit einer Reihe weiterer Maßnahmen es für die Reisenden komplett unerheblich zu machen, wie lange die Generalsanierung noch dauere. So wolle man unter anderem ab 2026 Fahrpläne durch ein stimmungsbasiertes Abfahrtssystem ersetzen sowie das Einsteigen strengstens untersagen. „So können wir die Pünktlichkeitsstatistik weiter verbessern“, ist man sich bei der Bahn sicher, „wer nicht im Zug sitzt, ist auch nicht zu spät.“Lesen Sie auchUnd nicht nur das: Nach eigenen Angaben habe man inzwischen so viele Erfahrungen mit Verspätungen gesammelt, dass man dieses Wissen nun proaktiv zu nutzen gedenke, heißt es aus DB-Kreisen. Deshalb sei schon jetzt eine verspätete Generalsanierung der verspäteten Generalsanierung in Planung – man wolle „Fehler systematisch auf höchstem Niveau wiederholen“, verspricht der Konzern seiner wichtigsten Kundschaft, den Bahn-Vorständen und -Managern.Folgen Sie GLASAUGE trotzdem auf Facebook, X oder Instagram – und verpassen Sie künftig keine Scherzartikel und Zusatzsatiren!
Ohne Kunden keine Probleme: Deutsche Bahn will unattraktiver werden - WELT
Die Generalsanierung bei der Deutschen Bahn verspätet sich um mindestens fünf Jahre. Zum Ausgleich verspricht der Konzern einen schnelleren Abbau beim Service. Das Ende der Familienreservierung ist erst der Anfang.








