PfadnavigationHomeSatireArtikeltyp:SatireVerspätungsweltmeisterBahn beendet Schienenverkehr und setzt auf KernkompetenzVeröffentlicht am 17.11.2025Lesedauer: 2 MinutenGute Nachrichten für Reisende: Die Deutsche Bahn will künftig auf Zugverkehr verzichtenQuelle: picture alliance/Chris Emil Janßen/Chris Emil JanssenDas ist endlich der große Befreiungsschlag für die Deutsche Bahn: Der Konzern will ab sofort keine Zugreisen mehr anbieten, sondern das, wovon er wirklich etwas versteht: Verspätungen in allen Lebenslagen.Jubel bei der Deutschen Bahn und Aufatmen bei der gequälten Kundschaft: Der Konzern hat angekündigt, sich „aus dem ganz schön fordernden und logistisch kaum zu überblickenden Schienenbetrieb“ zurückzuziehen. Ständig gehe irgendwas schief – mal spiele die Software verrückt wie im gerade für zehn Tage sinnlos gesperrten Kölner Hauptbahnhof, mal gebe es Wetter, mal Jahreszeiten und zu allem Überfluss verlange ständig irgendjemand, von A nach B befördert werden.Stattdessen wolle man sich endlich auf das konzentrieren, „was wir seit Jahrzehnten in überragender Qualität liefern: Verspätungen“, erklärte die neue – nun ehemalige – Bahnchefin Evelyn Palla, die ab sofort den frisch gegründeten DP-Konzern („Deutsche Prokrastination“) leitet.Deutsche Bahn will Expertise nutzen„Wir haben erkannt, dass wir beim Fahren von Zügen ohne Unterlass kritisiert werden und es niemandem recht machen“, so Palla. „Aber beim Zuspätkommen? Da kann uns weltweit keiner das Wasser reichen“, stellte die DP-Chefin im Hinblick auf die eindrucksvollen Unpünktlichkeitsquoten des Unternehmens fest. Aus diesem Grund will die DP ihre Expertise künftig als Premium-Dienstleistung anbieten. Kunden können Verspätungen nun gezielt buchen – etwa die „5-Minuten-Light-Version“ für Menschen, die zu früh zu Verabredungen erschienen sind, oder das „Flexi-Plus-XXL-Paket“, bei dem völlig unklar bleibt, wann man ankommt oder ob überhaupt.Lesen Sie auchSchon jetzt melden sich erste begeisterte Anwender. Ein Mann aus Bielefeld lobt, dass er dank der gebuchten 48-Minuten-Verzögerung erst zur Hälfte des Schwiegermutter-Besuchs eintraf – „genau rechtzeitig, um nach dem Kaffee sofort wieder aufzubrechen“. Eine Frau aus Görlitz berichtet begeistert, die DP habe ihr beim Restaurantbesuch erfolgreich eine „strategische Verspätung“ organisiert: „Bis ich ankam, war die Rechnung längst bezahlt. Ich habe noch nie so entspannt ein Dessert gegessen.“Endlich zufriedene KundschaftBesonders beliebt sei der neue „Konfliktlöser-Tarif“, heißt es seitens des früheren Verkehrsdienstleisters. Ein Sprecher erklärt: „Sie kommen zu spät, und schon hat sich jede unangenehme Entscheidung erledigt – Geburtstagseinladungen, Elternabende, Diskussionen über ungeöffnete Steuerbriefe. Einfach alles wegverspätet.“ Lesen Sie auchUnd nicht nur das: Schon bald soll man auch Ausfälle buchen können, was unter anderem bei Umzügen auf große Nachfrage stoßen dürfte. Allerdings herrscht noch eine gewisse Unklarheit, ab wann die ehemalige Bundesbahn die von der Politik und vielen Zugreisenden begrüßte Konzentration auf die Kernkompetenz flächendeckend ausfahren kann: Laut Palla könne sich das wegen eines defekten Stellwerks in Hameln noch um ein paar Jahre verzögern. Folgen Sie GLASAUGE trotzdem auf Facebook, X oder Instagram – und verpassen Sie künftig keine Scherzartikel und Zusatzsatiren!