Er trägt ein schwarzes Gesichtstuch, das er sich bis kurz unter die Augen gezogen hat und eine dunkelgraue Baseballmütze. Bernd S. (Name geändert) wendet sich ab, als ihn Pressefotografen am Dienstagvormittag vor dem Schwurgericht am Landgericht München II ablichten wollen. Erst als der Vorsitzende, Richter Thomas Bott, und die übrigen Mitglieder seiner Kammer den Saal B 273 am Strafjustizzentrum in der Nymphenburger Straße betreten und die Verhandlung beginnt, nimmt der 56-Jährige Gesichtstuch und Mütze ab.

Bernd S. sollte laut Anklage der Staatsanwaltschaft Opfer eines Mordkomplotts werden, das seine inzwischen von ihm geschiedene Frau Patricia und deren Tochter Cindy aus erster Ehe ausgeheckt haben. Angeblich hatten sie es auf das Vermögen von Bernd S. abgesehen. Doch die Tat, den ein eigens dafür angeheuerter mutmaßlicher Auftragskiller vor dem Haus von Bernd S. im Landkreis Dachau in die Tat umsetzen sollte, scheiterte. Der 56-Jährige überlebte schwer verletzt.

Bernd S. tritt als Nebenkläger in dem Prozess auf. Er wirkt äußerlich ruhig und gefasst und ist leger gekleidet. Sein Hemd trägt er über der Hose. Als früherer Ehemann von Patricia S. könne er sich auf sein Zeugnisverweigerungsrecht berufen, belehrt ihn Richter Bott. Doch der 56-Jährige besteht auf seine Vernehmung. „Es geht um mein Leben“, sagt er zum Vorsitzenden.