Die Angreifer sollen von hinten gekommen sein: „Jetzt haben wir euch“, sollen sie gerufen haben, ehe zwei oder drei Männer auf Matthias S. (Name geändert) einschlugen, er zu Boden ging und das Bewusstsein verlor. So erzählt es der 26-Jährige vor dem Amtsgericht. Der überfallartige Angriff soll sich vergangenes Jahr nach dem Bürgerfest in Unterföhring ereignet haben, und über das Motiv kann Matthias S. nur mutmaßen: Es könnte um eine Frau gehen.

Auf der Anklagebank hat Michael T. Platz genommen, von Beruf Handwerker, und am ersten Verhandlungstag wird er rein gar nichts sagen. Dafür versichert sein Anwalt David Mühlberger, sein Mandant habe mit der ganzen Geschichte überhaupt nichts zu tun. Vielmehr sei Matthias S. zuvor im Festzelt auf seinen Mandanten losgegangen und habe ihn zu Boden geschlagen. Auf dem Heimweg zur S-Bahn Unterföhring, um kurz vor 1 Uhr, sei Michael T. zu dem Streit dazugekommen, „da ist der Geschädigte schon am Boden gelegen“. Michael T. habe weder geschlagen noch getreten.

Es liegt in der Natur der Sache, dass die Staatsanwaltschaft anderer Meinung ist. Sie hat den 41-jährigen Handwerker wegen gefährlicher Körperverletzung angeklagt. Michael T. soll in jener Nacht des 12. Juni 2024 mit weiteren Personen Matthias S. und zwei seiner Freunde angepöbelt und dann zu zweit oder dritt auf ihn eingeprügelt haben; mit Fäusten, mit Tritten, auch, als der 26-Jährige bereits am Boden lag.