„Es hätte ganz böse ausgehen können“, sagt die Richterin zu Omar F. (alle Namen geändert), der am Dienstag auf der Anklagebank eines Jugendschöffengerichts am Amtsgericht München sitzt. In den frühen Morgenstunden des 25. August vergangenen Jahres hatten der 21-Jährige und sein Bekannter auf der Landsberger Straße zwei junge Männer attackiert.

Angeblich hatte einer der beiden Omar F., der Moslem ist, wegen seiner Religion beleidigt. Doch das glaubte die Richterin dem 21-Jährigen nicht. „Sie haben hier Streit gesucht“, hält sie F. stattdessen bei ihrer Urteilsbegründung vor und verurteilt ihn wegen gefährlicher Körperverletzung in zwei Fällen zu einem Jahr und einem Monat Haft auf Bewährung.

Jonas L., 23, seine Freundin und zwei weitere Bekannte befanden sich am Morgen des 25. August 2024 auf dem Weg nach Hause, als hinter ihnen, kurz vor der Abzweigung der Landsberger Straße in die Fürstenrieder Straße, ein Taxi hielt. Omar F. und sein Begleiter, den die Polizei bislang nicht ermitteln konnte, stiegen aus. Jonas L. und seine Freundin unterhielten sich. Dann seien sie plötzlich von den zwei Männern hinter ihnen „angepöbelt“ worden. Er, so versichert Jonas L. bei seiner Vernehmung, habe entgegnet: „Mashallah, lass uns nach Hause gehen.“