Halbierte Radieschen am Strunk als Gruß aus der Küche vorzusetzen, ist mutig. Dazu Kräuteröl zum Tunken, Salz, Pfeffer, Brot, fertig. Das müssen schon Wahnsinnsradieserl sein, denkt man sich, beißt hinein und stellt fest: ganz normale Radieschen. Man versteht aber, was die Küche des Florio gleich zu Beginn der Mahlzeit damit sagen will: Bei uns ist das Produkt der Star auf dem Teller; auch wenn wir damit nichts anderes anstellen, als es aus der Erde zu ziehen, abzuwaschen und zu halbieren, wird es schmecken.

Man wähnt sich auch gleich beim Italiener, wenn unaufgefordert Brot, Essig, Öl, Salz und Pfeffer auf den Tisch kommen. Pizza wird man hier aber nicht auf der Karte finden. Beim Florio handelt es sich mehr um einen Edelitaliener. Vergangenen Herbst hat es das vorherige Hotelrestaurant Sophia’s im Luxushotel The Charles am Alten Botanischen Garten abgelöst.

Innerhalb der Rocco-Forte-Hotelgruppe ist es das dritte Florio nach Palermo und Rom. Nur Standorte mit Terrasse kommen für dieses Konzept infrage. Die Terrasse des Münchner Florio wurde – wie auch das Restaurant und die angrenzende Bar – im Zuge des Wechsels umgebaut. Drinnen wie draußen dominieren nun Pflanzen und Grüntöne das Bild.