Eriwan (dpa) - Bei der als Richtungswahl geltenden Abstimmung in der Südkaukasusrepublik Armenien liegt ersten Hochrechnungen nach die prowestliche Regierung von Nikol Paschinjan vorn. Nach Angaben der Zentralen Wahlkommission stimmten nach den ersten Zahlen 57 Prozent der Armenier für die Partei Zivilvertrag des Regierungschefs. Stärkste oppositionelle Kraft wurde die prorussische Partei Starkes Armenien mit 21 Prozent.Die Wahlbeteiligung lag mit 59 Prozent deutlich höher als bei der vorangegangenen Parlamentswahl 2021. Ausgezählt wurden bisher 110 von insgesamt etwa 2000 Wahllokalen.Die Abstimmung war von massiven Spannungen mit Russland geprägt. Moskau hatte wegen der von Eriwan betriebenen Annäherung an die EU vor der Wahl Einfuhrverbote für armenische Produkte verhängt und mit der Kündigung eines günstigen Gasliefervertrags gedroht. Der Wahltag selbst verlief teilweise turbulent. Die prorussische Opposition klagte über die Festnahme von mehr als 100 ihrer Anhänger. Die Behörden begründeten ihr Vorgehen gegen die Anhänger von Starkes Armenien um Milliardär Samwel Karapetjan mit dem Verdacht des versuchten Stimmenkaufs.© dpa-infocom, dpa:260607-930-187550/1

Wenige Tage vor der Wahl in Armenien eskaliert das geopolitische Ringen um das Südkaukasusland. Armenien steht vor der Richtungsfrage. Moskaus Orbit oder Westkurs?

In Armenien wird gewählt. Es treten an: ein Cognac-Produzent, der Tiger und Löwen hält. Ein Premier, der Putin die Stirn bietet. Und ein Milliardär mit Bank in Moskau.