Magdeburg (dpa/sa) - Infolge des Anschlags auf dem Magdeburger Weihnachtsmarkt waren sechs Menschen gestorben, weit mehr als 300 wurden teils schwer verletzt: Die Generalstaatsanwaltschaft fordert für den Todesfahrer eine lebenslange Freiheitsstrafe. Die besondere Schwere der Schuld liege auf der Hand, es sei eine Sicherungsverwahrung anzuordnen, sagte Staatsanwalt Marco Reinl. Der Angeklagte sei einem psychiatrischen Gutachter zufolge voll schuldfähig. Weiter Gewaltstraftaten wären zu erwarten. Er wäre eine „tickende Zeitbombe“, sagte Reinl.Die Tat, die nur eine Minute dauerte, habe in ihrer Massivität jede menschlich begreifbare Dimension gesprengt, sagte Oberstaatsanwalt Matthias Böttcher vor dem Landgericht Magdeburg. Es sei schier unbeschreiblich, welches Leid der Angeklagte damit über viele Menschen und Familien gebracht habe. Tiefe Verachtung, Ekel und Wut seien angesichts dessen verständlich. Unter anderem wirft die Staatsanwaltschaft dem Angeklagten sechs vollendete Morde und 222 versuchte Morde vor, hinzu kommen zahlreiche Körperverletzungen. „Es ging und geht dem Angeklagten nur um sich selbst“An der Täterschaft des Angeklagten habe zu keinem Zeitpunkt Zweifel bestanden, sagte Böttcher. Er habe die Tat lange geplant, aber keine ernsthaften ideologischen Ziele verfolgt. „Es ging und geht dem Angeklagten nur um sich selbst“, so der Oberstaatsanwalt. Er möge sich selbst als Flüchtlingshelfer und Islamkritiker verstehen, sein eigentliches Motiv sei im Konflikt mit einer Kölner Flüchtlingshilfeorganisation zu sehen, gegen die er vor Gericht verlor.Wie sehr den Angeklagten der Konflikt auch heute noch beschäftige, sei im Prozess deutlich geworden. Der Ursprung könne nur vermutet werden. Böttcher sagte, der Angeklagte habe nicht die gewünschte Aufmerksamkeit und Bewunderung bekommen, vielmehr habe es ein gewisses Konkurrenzdenken gegeben. Der psychiatrische Sachverständige habe dem 51-Jährigen eine narzisstische Persönlichkeitsstörung bescheinigt. Er habe demnach ein enormes Bedürfnis nach Aufmerksamkeit.Angeklagter tobt in seiner GlaskabineWährend der Ausführungen des Oberstaatsanwalts fing der Angeklagte, der aus einer Glaskabine die Verhandlung verfolgt, zu schreien an. Er wollte den Aussagen widersprechen. Der Vorsitzende Richter Dirk Sternberg drehte dem Angeklagten das Mikrofon ab. Der 51-Jährige tobte weiter. Maskierte Spezialkräfte der Justiz brachten sich in Position. Sie begleiten den Prozess, dessen 35. Verhandlungstag am Donnerstag erreicht war, stets. Das Verfahren findet unter hohen Sicherheitsvorkehrungen statt. Der Angeklagte beruhigte sich, nachdem Böttcher beantragt hatte, ihn für den Rest der Verhandlung auszuschließen.Am 20. Dezember 2024 bog der angeklagte Taleb Al-Abdulmohsen von einer Straße durch eine Lücke in Betonabsperrungen auf einen Fußweg auf den Weihnachtsmarkt ein. Der Generalstaatsanwaltschaft zufolge hatten die an einer Fußgängerampel Wartenden keine Chance mehr, sich in Sicherheit zu bringen. Teils sei der Fahrer mit dem mehr als zwei Tonnen schweren und 340 PS starken Wagen in Schlangenlinien und mit bis zu 48 Kilometern pro Stunde unterwegs gewesen. Er überfuhr Menschen, viele wurden weggeschleudert oder von umherfliegenden Personen oder Gegenständen getroffen. Für jedermann bestand der Generalstaatsanwaltschaft zufolge Lebensgefahr, nicht nur für die Menschen im direkten Fahrweg. Die Besucher seien dem Täter arg- und wehrlos ausgesetzt gewesen.Seit dem 10. November 2025 verhandelt das Landgericht Magdeburg gegen den Todesfahrer. Wegen der Vielzahl der Betroffenen wurde eigens ein Interimsgerichtsgebäude in Leichtbauweise errichtet. Es gibt mehr als 200 Nebenkläger. Laut dem Landgericht waren mehr als 100 Zeugen gehört worden.Die Betroffenen leiden bis heute unter den Folgen des Anschlags Es wurde deutlich, dass viele Betroffene bis heute unter den Folgen des Anschlags leiden - körperlich und auch psychisch. Viele sagten aus, dass sie bis heute Menschenmengen meiden, Angst- und Panikattacken haben und schlecht schlafen können. Unter den Opfern sind Kinder und Jugendliche genauso wie Erwachsene und Senioren, Menschen aus verschiedenen Bundesländern und auch aus dem Ausland. Sie alle hatten den Weihnachtsmarkt besucht und waren aus der Normalität gerissen worden.Der Angeklagte, der aus Saudi-Arabien stammt und jahrelang als Psychiater im Maßregelvollzug für psychisch kranke Straftäter in Bernburg arbeitete, stellte insbesondere zu Beginn des Prozesses in teils wirren Ausführungen seine Sicht der Dinge dar. Er beschrieb sich selbst als Aktivisten, der insbesondere saudischen Frauen in Asylfragen geholfen habe. Mit deutschen Behörden geriet er immer wieder in Konflikte, spricht von vermeintlichen Vertuschungsaktionen von Polizei und Justiz sowie von Korruption. Im Prozess spielten immer wieder auch seine Hungerstreiks eine Rolle, das Gericht hatte seine Verhandlungsfähigkeit immer im Blick.Der Angeklagte habe „als Herrscher über Leben und Tod Macht ausgeübt“, hatte der Sachverständige Bernd Langer in seinem Gutachten Ende Januar festgestellt. Seiner Einschätzung nach ist der Todesfahrer weiterhin eine Gefahr für die Allgemeinheit. Man müsse jederzeit mit weiteren Gewalttaten rechnen, sagte Langer. Er sprach sich für eine Unterbringung des Angeklagten in der Sicherungsverwahrung aus. Langer beschrieb ihn auch als Narzissten. Er habe immer wieder Druckmittel genutzt, um seine Ziele zu erreichen – sei es, um im Mittelpunkt zu stehen oder Entscheidungen zu beeinflussen. Der Prozess soll am Freitag mit Plädoyers der Nebenkläger fortgesetzt werden. Es wollen auch mehrere Betroffene selbst das Wort ergreifen.© dpa-infocom, dpa:260604-930-174265/1

Magdeburg (dpa/sa) - Der Prozess zum Anschlag auf dem Magdeburger Weihnachtsmarkt geht in die Schlussphase. Möglicherweise wird am Dienstag (9.30 Uhr) mit den Schlussvorträgen…

Sechs Menschen starben, mehr als 300 wurden teils schwer verletzt. Der Todesfahrer steht seit November vor Gericht. Jetzt geht der Prozess in die Abschlussphase.

In Magdeburg fuhr vor eineinhalb Jahren ein 50-Jähriger mit einem Auto über den Weihnachtsmarkt. Sechs Menschen starben, mehr als 300 wurden verletzt. Wann beginnen die…

In Magdeburg fuhr vor eineinhalb Jahren ein 50-Jähriger mit einem Auto über den Weihnachtsmarkt. Sechs Menschen starben, mehr als 300 wurden verletzt. Die Anklage will ihn…

In Magdeburg fuhr vor eineinhalb Jahren ein 50-Jähriger mit einem Auto über den Weihnachtsmarkt. Sechs Menschen starben, mehr als 300 wurden verletzt. Nun werden die…

In Magdeburg fuhr vor eineinhalb Jahren ein 50-Jähriger mit einem Auto über den Weihnachtsmarkt. Sechs Menschen starben, mehr als 300 wurden verletzt. Nun sollen die…

Hier finden Sie Informationen zu dem Thema „Anschlag auf Weihnachtsmarkt“. Lesen Sie jetzt „Lebenslange Haft für Todesfahrer von Magdeburg gefordert“.

Magdeburg (dpa/sa) - Infolge des Anschlags auf dem Magdeburger Weihnachtsmarkt waren sechs Menschen gestorben, weit mehr als 300 wurden teils schwer verletzt: Die…

Vor eineinhalb Jahren fuhr der 50-Jährige mit einem Auto über den Magdeburger Weihnachtsmarkt. Sechs Menschen starben, mehr als 300 wurden verletzt. Die Anklage spricht von…

Sechs Menschen waren beim Anschlag auf den Weihnachtsmarkt in Magdeburg im Dezember 2024 getötet, zahlreiche weitere verletzt worden. Nun plädieren die Ankläger dafür, den…

In Magdeburg verübte im Dezember 2024 ein Mann mit einem Auto einen Anschlag auf den Weihnachtsmarkt. Sechs Menschen starben, mehrere Hundert wurden verletzt. Im Prozess gegen den…

Hier finden Sie Informationen zu dem Thema „Anschlag auf Weihnachtsmarkt“. Lesen Sie jetzt „Nebenkläger: Todesfahrer soll nie wieder in Freiheit leben“.

Mit seiner Tat nahm er sechs Menschen das Leben, verletzte Hunderte. Im Prozess gegen den Todesfahrer vom Magdeburger Weihnachtsmarkt laufen die Schlussvorträge. Eine Betroffene…

Er fuhr mit einem PS-starken Mietwagen über den Magdeburger Weihnachtsmarkt. Sechs Menschen starben, Hunderte wurden verletzt. Dafür kann es aus Sicht der Betroffenen nur die…

Magdeburg (dpa) - Es gebe einen Moment in ihrem Leben, seit dem nichts mehr selbstverständlich sei, nichts mehr leicht. Am 20. Dezember 2024 um 19.02 Uhr auf dem Magdeburger…

Nach dem Anschlag auf den Magdeburger Weihnachtsmarkt mit sechs Toten und mehr als 300 Verletzten plädiert die Anklage für Haft und Sicherungsverwahrung.