Pro ArtikelDer Ruf nach einer Verlangsamung des KI-Wettrennens stösst bei der Regierung in Washington auf Unverständnis. Präsident Trump sorgt sich, China könne die Oberhand bei der Schlüsseltechnologie gewinnen.14.09.2026, 06.15 Uhr5 LeseminutenPräsident Donald Trump befürchtet keine übermächtige KI, sondern im Vergleich zu China zurückzufallen.Julio Cortez / APDie Ankündigung der führenden amerikanischen KI-Firmen, die Geschwindigkeit bei der Entwicklung der mächtigen Technologie zu drosseln, trifft auf wenig Unterstützung vonseiten der Regierung. Präsident Donald Trump sagte am Sonntag während seiner Reise durch Irland: «Wir führen vor China in KI. Und offen gesagt will ich das auch so beibehalten. Denn wer auch immer bei KI gewinnt, gewinnt.» Natürlich könne man Leitplanken setzen oder den Fortschritt auch andersartig regulieren. Aber diese Vorschläge kämen von «negativen Kräften», sagte Trump, «und sie schlagen Dinge vor, die nicht passieren werden».Optimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenNZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.Mit diesen «Kräften» meinte Trump offenbar die Chefs und Forscher der führenden amerikanischen KI-Firmen. Sie warnen inzwischen vehement davor, dass KI ausser Kontrolle geraten und der Menschheit schaden könnte. Am Samstag hatte sich die KI-Avantgarde des Landes – Sam Altman von Open AI, Dario Amodei von Anthropic und Demis Hassabis von Google – sowie Elon Musk öffentlich darauf geeinigt, dass das Tempo in der gesamten KI-Industrie gedrosselt werde. Wie dies nun genau erfolgen wird, ist bisher aber nicht bekannt.Die Firmen fordern auch die Unterstützung der Regierung und argumentieren, dass ihnen sonst wegen firmenübergreifenden Absprachen kartellrechtliche Konsequenzen drohten.Doch dieser Wunsch tritt bei den regierenden Republikanern nun weitgehend auf Ablehnung. Speaker Mike Johnson, die Nummer zwei in der Machtfolge auf das Präsidentenamt, warnte am Sonntag in einem Interview mit CNN vor voreiliger Regulierung. «Wir müssen sichergehen, dass wir als Kongress nicht vorschnell aktiv werden und ein Notfall-Moratorium erlassen.» Es sei den KI-Firmen überlassen, die Entwicklung von KI freiwillig und eigenständig herunterzufahren und liege in «deren unternehmerischer Verantwortung». Aber bekanntlich könnten die besagten KI-Firmen sich nicht einmal untereinander einig werden, weil sie Konkurrenten seien.Auch andere einflussreiche Republikaner äusserten sich skeptisch zu den Plänen einer Verlangsamung. Der Tech-Investor David Sacks, der ein wichtiger KI-Berater des Präsidenten ist, schrieb auf der Plattform X: «Hört auf so zu tun, als ob ihr die Erlaubnis von irgendjemandem braucht, um das Tempo zu drosseln. Tut es doch einfach. Ihr seid diejenigen, die die Grenzen ziehen.» Er behauptete, dass die Warnungen vor einer die Menschheit zerstörenden KI den Firmen in Wahrheit nur dafür dienten, die Regierung zu erpressen, um genau jene Art von Gesetzen durchzudrücken, die die Firmen selbst am vorteilhaftesten fänden.Dario has written that we need to “pace the frontier,” and Sam has agreed. People may be surprised by my response: go ahead.You guys are the frontier. By any reasonable metric — market share, revenue growth, model capability — the two of you have a duopoly on frontier…— David Sacks (@DavidSacks) September 13, 2026