CSU-Chef Markus Söder sieht seine Partei in Bayern als „Schutzwall“ gegen die AfD, als „Fels in der Brandung“. Das sagte der Ministerpräsident zum Auftakt der Klausur des CSU-Vorstands am Sonntagabend in München. Dennoch sei die AfD nach ihrem großen Wahlerfolg in Sachsen-Anhalt nicht nur ein ostdeutsches Phänomen, sondern auch im Westen angekommen. Auch in Bayern ist die AfD bei Umfragen zweitstärkste Kraft hinter der CSU, die höchsten Werte lagen bislang bei 19 Prozent zur Landtagswahl-Sonntagsfrage.„Ein Linksruck wäre der völlig falsche Weg“, sagte Söder und empfiehlt der schwarz-roten Regierung in Berlin, der auch die CSU angehört, „sich am Riemen zu reißen und einen Zacken zuzulegen“. Manchmal sei ein solches Wahlergebnis wie das der AfD in Sachsen-Anhalt auch dazu da, einfach als Weckruf verstanden zu werden, sagte Söder. Ein Aus der Berliner Koalition ist für ihn keine Option. „Es wäre ein Desaster, wenn nach der Ampel die nächste Regierung in kurzer Zeit scheitert“, sagte er.In einem Interview mit der Bild am Sonntag hatte Söder zuvor gesagt, von der CSU drohe „auf keinen Fall“ ein Sturz des Kanzlers. Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer, mit dem sich der CSU-Vorstand über Strategien im Umgang mit Rechtspopulisten austauschen wollte, kündigte ebenfalls keinen Aufstand an. „Es lenkt auf herrliche Weise ab, wenn man über Personen spricht“, sagte Kretschmer, der auch stellvertretender CDU-Vorsitzender ist. „Wir müssen über Inhalte reden.“Die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt „war natürlich ein Debakel und ein massiver Denkzettel“, sagte Söder. Es sei klar, dass für die AfD ein Regierungsauftrag bestehe, „den man nicht umdeuteln kann“. Da gelte es anzuerkennen, dennoch müssten auch Konsequenzen gezogen werden.„Jetzt ist das Schlimmste, was passieren kann, dass alles weitergeht wie bisher“, sagte Kretschmer. Er mahnte die Berliner Koalition eindringlich, dass es nicht mehr nur darum gehe, zu erklären und um Vertrauen zu werben. „Wir werden die nächste Bundestagswahl nur dann gewinnen, wenn erlebbar ist, wenn sich die Dinge zum Besseren wenden“, sagte er. Sonst werde es irgendwann eine absolute Mehrheit geben für rechtspopulistische Parteien.Markus Söder am Sonntag vor der Presse in MünchenSven Hoppe/dpaSöder will die geplanten Reformen „klar voranbringen und nicht verwässern“. Denn „Stillstand ist der beste Treibstoff für die AfD“. Die Regierung müsse sich „zwingend“ noch einmal mit dem Thema Energiepreise beschäftigen. Das Niveau könne auf Dauer nicht so hoch bleiben.Das Konzept der Brandmauer erklärte Söder ein weiteres Mal für gescheitert. Das bedeutet keine Kooperation, eine solche lehnt der CSU-Chef strikt ab. Doch die Brandmauer „im Sinne von wir reden gar nicht über Inhalte, sondern verbannen sie in ein Eck und versuchen dann jenseits irgendwelche Mehrheiten zusammenzubasteln ohne auf die Inhalte einzugehen“, sei der falsche Weg.Kretschmer empfiehlt der CDU, sich an der kleinen Schwesterpartei zu orientieren. „Es braucht dieses CSU-Gen in der aktuellen Phase“, sagte er. Das bedeute für ihn, „sich den Menschen zuzuwenden, miteinander im Gespräch zu sein und nicht nur zu erklären und vor allem zu belehren“. Es gehe darum zu verstehen, was die Menschen wollen und daran auch die eigene Politik auszurichten. Das sei der CSU in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder gelungen.
CSU-Chef Söder nach AfD-Erfolg: Linksruck wäre der falsche Weg
Die Ministerpräsidenten Söder und Kretschmer fordern schnelle Reformen und eine stabile Regierung. Das CSU-Gen könnte helfen.












