Die Kanadier hätten allen Grund zur schlechten Laune. Der Zollstreit mit dem Nachbarland USA ist zuletzt immer weiter eskaliert. Vor drei Wochen ging es los mit geplatzten Verhandlungen und gegenseitigen Schuldzuweisungen. Vor wenigen Tagen traten Kanadas Gegenzölle in Kraft, auf die Donald Trump prompt mit weiteren Zöllen und Importverboten reagierte. Schon zuvor hatte der US-Präsident verkündet, den Lake Ontario, dessen Ufer sich beide Länder teilen, in Lake America umzubenennen. Es ist ein neuer Tiefpunkt in den Beziehungen der Länder, die sich eigentlich wirtschaftlich und politisch stets so nah waren wie kaum zwei andere Nachbarländer.Doch Kanada lässt sich nicht unterjochen. Das Land, das im Vergleich zu den USA zumindest wirtschaftlich ein Zwerg ist, wehrt sich entschieden gegen die Attacken Donald Trumps. Mehr noch: Es zieht sogar neue Kraft aus der Bedrohung von außen. Premierminister Mark Carney wirkt umtriebiger denn je. Kommende Woche empfängt er kanadische und internationale Investoren in Toronto, bevor er dann eine Reise nach Europa antritt, wo er der Rede der Kommissionspräsidentin zur Lage der Union beiwohnen und selbst vor dem EU-Parlament sprechen wird. Mehr als jeder zweite Kanadier unterstützt Mark Carney als Premierminister, er hat Anhänger sowohl in den progressiven Großstädten als auch in ländlichen Regionen. Das sind Umfragewerte, von denen Friedrich Merz nur träumen kann.
Donald Trumps Handelsstreit: Zuversicht lernen von Kanada
Die Kanadier reagieren auf die Bedrohung durch Donald Trump mit Optimismus und Aufbruchsgeist. Warum schaffen wir das nicht auch in Deutschland?









