Mindestens 230 Millionen Frauen und Mädchen sind von Genitalverstümmelung betroffen. Doch es fehlt an medizinischer Expertise. Netzwerktreffen sollen das ändern.
Fatuma Musa Afrah, Menschenrechtsaktivistin und Gründerin der NGO „United Action“
Hannes Wiedemann
Manche Besucher:innen schauen weg, andere verlassen den Raum, als Dr. Dan mon O’Dey das Video einer Klitoris- und Vulva-Rekonstruktion abspielt, die er durchgeführt hat. Er zeigt auch Fotos, auf denen gut zu erkennen ist, wie die Genitalverstümmelung die weiblichen Genitalien verändert. Eineinhalb Stunden lang spricht der plastische Chirurg am Freitagvormittag per Videoschaltung über die medizinische Versorgung von Frauen, die FGM/C erlebt haben.
Im Autonomen Frauenzentrum Potsdam findet das zweite Netzwerktreffen „Stop FGM/C“ statt. FGM/C, das steht für Female Genital Mutilation/Cutting, also die weibliche Genitalverstümmelung oder -beschneidung. Welcher Begriff treffender ist, bleibt umstritten. Man müsse sich die Situation der Patientinnen vor Augen führen und sensibel mit ihnen umgehen, erklärt O’Dey. In Fällen, in denen sie es vielleicht nicht anders kennen, könne es sinnvoll sein, von Beschneidung zu sprechen. Dennoch handele es sich um Verstümmelung.







