SPD-Chef Lars Klingbeil hat entgeistert auf einen heftigen Angriff aus den Reihen des Koalitionspartners CDU reagiert. »Was soll das? Wir sind in verdammt schwierigen Zeiten. Wir müssen zusammenhalten in einer Regierung«, sagte der Finanzminister und Vizekanzler im niedersächsischen Celle zu der Attacke auf seine Co-Parteichefin Bärbel Bas.Klingbeil bezog sich damit auf Äußerungen des Vorsitzenden des einflussreichen Parlamentskreises Mittelstand (PKM) in der Unionsfraktion, Christian von Stetten. »Die Ministerin ist nicht mehr tragbar«, hatte der CDU-Abgeordnete der »Bild« über Bundesarbeitsministerin Bas gesagt. »Seit Monaten blockiert sie die Reformen, die unser Land so dringend braucht.« Klingbeil nannte von Stettens Namen nicht, erwähnte aber den Artikel.

In seiner Abrechnung griff von Stetten auch Klingbeils Politik an. Dessen Haushaltsentwurf sei »nicht zustimmungsfähig«, die notwendigen Sparmaßnahmen seien nicht umgesetzt und stattdessen seien neue Steuern und »eine unglaubliche Rekordverschuldung« geplant.Klingbeil wandte sich an die CDU und betonte, es gebe im Bundestag eine »zweite Mehrheit« neben Union und SPD, und zwar Union und AfD. »Aber das will ich nicht. Und ich hoffe, dass das viele in der Union auch nicht wollen, aber wenn ich solche Kommentare wie gestern höre, dann frage ich mich schon: Wohin zieht es eigentlich einige in der CDU?«