Herr Bergmann, was halten Sie für das wahrscheinlichste Szenario, wie es in Sachsen-Anhalt weitergeht? So bedenklich dieses Wahlergebnis für die Demokratie ist, es schafft wenigstens klare Verhältnisse. Die CDU ist so schwach, dass sie daraus keinen Regierungsauftrag ableiten kann und das auch nicht tut. Ein wie auch immer zusammengestoppeltes Bündnis aller Parteien außer der AfD bei hauchdünner Mehrheit scheidet dank des BSW-Erfolgs aus. Es gibt einen klaren Wahlsieger, der jetzt liefern muss, wobei fraglich ist, ob er wirklich will. Und mit Sahra Wagenknecht bekommt Ulrich Siegmund ein Verhandlungsgegenüber, dessen politische Destruktionskraft unübertrefflich ist. Wie das ausgeht, ist kaum zu sagen – viel Konstruktives, was das Land voranbringen könnte, ist nicht zu erwarten.