Die 40 Milliarden Euro, die aus den Vereinigten Arabischen Emiraten an Investitionen nach Deutschland fließen sollen, kommen Kanzler Friedrich Merz (CDU) sehr gelegen. Sie zahlen ebenso wie die angehobenen Wachstumsprognosen und die häufigeren Start-up-Gründungen auf seine Erzählung ein, dass die Lage in Deutschland nicht so schlecht ist wie oft behauptet. Seht her, es entwickelt sich etwas zum Positiven in Deutschland, lautet die frohe Kunde aus dem Kanzleramt.Die Ankündigung hat allerdings den Makel, dass unklar bleibt, wie die 40 Milliarden Euro zustande kommen. Die Erfahrung aus der im vergangenen Jahr im Kanzleramt gefeierten „Made for Germany“-Initiative lehrt, solche Zahlen mit Vorsicht zu betrachten. Manche Vorhaben waren schon lange angekündigt. In anderen Fällen blieb vage, was von den in Aussicht gestellten Investitionen wirklich fließen wird. Auch jetzt drängt sich der Eindruck auf, dass es sich um eine Marketingoffensive handelt, deren wirtschaftliche Tragkraft sich noch zeigen muss.Emirates ist eine gute NachrichtEine gute Nachricht ist, dass die arabische Fluggesellschaft Emirates künftig auch den Flughafen Berlin-Brandenburg ansteuern darf. Das stärkt den Wettbewerb in einem Markt, in dem Reisende mit Langstreckenzielen oft wenig Alternativen dazu hatten, als mit dem Platzhirsch Lufthansa über dessen Drehkreuze in Frankfurt oder München zu fliegen. Auch für den Ruf Berlins wäre es eine positive Entwicklung, wenn sich das bislang überschaubare Angebot am BER dem anderer europäischer Hauptstadtflughäfen annähern würde.Spannend wird, ob der Widerstand gegen die angekündigten neuen Rechenzentren in Deutschland ähnlich wächst wie gegenwärtig in den Vereinigten Staaten. Schon der Kampf um das Tesla-Werk in Brandenburg hat gezeigt, dass das Misstrauen gegenüber wasser- und stromhungrigen Unternehmen hierzulande groß ist.Sofern nicht die Landtagswahlergebnisse die Machtverhältnisse in Berlin noch durcheinanderwirbeln, wird Merz Ende Oktober einen großen Investorengipfel in Berlin veranstalten. Der Kanzler sollte den Marketingbogen dabei nicht überspannen. Wer zu hohe Erwartungen weckt, kann nur enttäuschen. Niemand weiß das besser als Merz.
Friedrich Merz und die VAE: Viel heiße Luft
40 Milliarden Euro Investitionen aus den Vereinigten Arabischen Emiraten klingen gut. Doch bis auf die Emirates-Ankündigung gibt es bislang wenig Konkretes.










