Bevor der erste Ball gespielt wurde, als die 2. Bundesliga noch nicht gestartet war, da hatten die Fans von Hertha BSC kaum so etwas wie Erwartungen. Nicht absteigen, das wäre nett, dachten viele, nachdem die halbe erste Elf den Verein verlassen hatte. Führungsspieler wie Kapitän Fabian Reese oder das Top-Talent Kenneth Eichhorn sind weg. Ersatz für die Stars der vergangenen Saison war kaum gekommen. Trotzdem ist Hertha plötzlich in einer sportlichen Situation, die besser ist, als sie es in der Vorsaison je war. Nach vier Siegen aus vier Spielen steht Hertha auf dem ersten Platz der Ligatabelle. Statt Einzelkönnern ist nun das Team der Star und die Fans haben wieder Spaß an ihrer Mannschaft. Und nun sind sie doch da: die Erwartungen. Denn am kommenden Sonntag (13:30 Uhr) spielt die Alte Dame an der Bremer Brücke beim VfL Osnabrück, einem Aufsteiger. Selbst ohne den Traumstart der vergangenen Wochen würde Hertha in dort als Favorit gelten.
Leitls größte Sorge heißt Paul Seguin
Und jetzt, wo erste Experten bereits den Aufstieg der Berliner versprechen? Nun, Trainer Stefan Leitl scheint sich darüber nicht den größten Kopf zu machen. Auf der Pressekonferenz vor dem 5. Spieltag jedenfalls machte er einen entspannten Eindruck. Dass er als Spieler in vier Partien an der Bremer Brücke viermal verloren hat, das wusste er gar nicht. „Gut, dass nicht mehr Spiele“, sagte er aber mit einem Lachen.Seine größte Sorge vor dem Auswärtstrip dürfte der Ausfall von Paul Seguin sein. Der Mittelfeldspieler hatte sich im Spiel gegen den 1. FC Magdeburg eine gelb-rote Karte abgeholt und fehlt daher gegen Osnabrück gesperrt. „Paul ist natürlich aufgrund seiner Erfahrung, seiner Qualität ein ganz wichtiger Spieler“, sagte Leitl. „Er ist derjenige, der den Spielrhythmus bestimmt, der ein gutes Coaching hat. Wir haben da auch schon drüber gesprochen, was seine Rolle innerhalb der Mannschaft ist, und die kann er jetzt auf dem Feld dieses Wochenende nicht erfüllen“, erklärte er weiter. Trotzdem ist er sich sicher: „Wir werden das sehr gut kompensieren.“










