Das Pflegesystem steht massiv unter Druck. Gesundheitsminister Linnemann will deshalb nun eine weitere Strukturkommission. Patientenschützer verlangen dagegen Mut, Reformen auch umzusetzen.
11.09.2026, 14.22 Uhr
Gesundheitsminister Linnemann: Mit einem Pflaster ist es nicht getan
Die Vorschläge der Rentenkommission sind noch nicht in trockenen Tüchern, die Finanzkommission Gesundheit tagt noch, doch aus der Bundesregierung werden schon Rufe nach einer weiteren Strukturkommission laut – dieses Mal für die Pflegeversicherung. Sie braucht nach Ansicht von Carsten Linnemann ebenfalls ein mit unabhängigen Fachleuten und Wissenschaftlern besetztes Gremium, um sich das System grundlegend anzuschauen, wie der Bundesgesundheitsminister der »Frankfurter Allgemeinen Zeitung « sagte.
»Das Ziel ist, dass wir auf Basis ihrer Vorschläge im kommenden Jahr eine strukturelle Pflegereform bekommen«, sagte der CDU-Politiker. Nach den Worten des Ministers ist das Pflegesystem in seiner aktuellen Form nicht zukunftsfest. »Wenn wir es nicht grundlegend umbauen, wird es in den Dreißigerjahren kollabieren.« Aktuell würden jährlich rund 75 Milliarden Euro für die Pflege ausgegeben, wobei schon zehn Prozent davon eingespart werden müssten. Bis 2050 werde dann die Zahl der Pflegebedürftigen auf rund 7,5 Millionen steigen. »Da reicht es nicht, hier und da ein Pflaster auf das System drauf zu kleben.«








