Die ehemalige EU-Kommissarin und italienische Feministin Emma Bonino ist totSie war italienische Aussenministerin, wollte auch erste Präsidentin ihres Landes werden. Jetzt ist Emma Bonino im Alter von 78 Jahren gestorben.11.09.2026, 12.14 Uhr2 LeseminutenEmma Bonino, damals Parteivorsitzende von Più Europa, im März 2018 an einer Medienkonferenz in Rom.Domenico Stinellis / AP(dpa) Die ehemalige italienische Aussenministerin und EU-Kommissarin Emma Bonino ist tot. Die Politikerin starb im Alter von 78 Jahren, wie ihre Partei Più Europa (Mehr Europa) am Freitag mitteilte. Die Politikerin war von 1995 bis 1999 innerhalb der EU-Kommission für Verbraucherschutz zuständig. Später wurde Bonino in ihrem Heimatland Europa-Ministerin und danach auch Aussenministerin.Optimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenNZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.«Heute verlieren wir nicht nur unsere Vorsitzende, wir verlieren eine der klarsten, mutigsten und freiesten Persönlichkeiten in der politischen Geschichte unseres Landes und der freien Welt», erklärte die Partei in den sozialen Netzwerken.Bonino kämpfte für Legalisierung der AbtreibungBekanntheit erlangte Bonino in den 1970er Jahren als prominente Vertreterin der Partei Partito Radicale (Radikale Partei), die vor allem radikal-liberale Positionen vertrat. Im stark katholisch geprägten Italien der 1970er Jahre kämpfte sie erfolgreich für die Legalisierung der Abtreibung. Mit 26 Jahren wurde sie schwanger und nahm selbst eine damals illegale Abtreibung vor.Bonino wollte erste Staatspräsidentin Italiens werdenBonino war seit langer Zeit gesundheitlich angeschlagen. Anfang der Woche musste sie wegen Atemnot in ein Krankenhaus in Rom eingeliefert werden. Bis Donnerstag wurde sie auf der Intensivstation behandelt und in eine private Einrichtung verlegt. Laut Medienberichten basierte diese Entscheidung auf einer Übereinkunft ihres privaten Arztes und den Ärzten im Spital.Ihr Ansehen in Italien war bis zuletzt hoch. 2013 hatte sich Bonino darum bemüht, als erste Frau italienische Staatspräsidentin zu werden. In den Umfragen lag sie sogar lange Zeit vorn. Schliesslich wurde jedoch der damalige Amtsinhaber Giorgio Napolitano (1925-2023) wiedergewählt.Nach ihrer Krebsdiagnose im Jahr 2015 zeigte sie sich in der Öffentlichkeit fast immer mit farbenfrohen Kopftüchern. Mehrere Jahre nach der Diagnose und verschiedenen Therapien erklärte sie, vollständig geheilt zu sein.Passend zum Artikel