Italien : Ehemalige EU-Kommissarin Emma Bonino gestorben11.09.2026, 13:05Lesezeit: 2 Min.Seit ihrer Krebsdiagnose trug sie Kopftücher: die ehemalige EU-Kommissarin Emma Bonino 2018 während einer PressekonferenzdpaEmma Bonino war Außenministerin, kämpfte für die Legalisierung der Abtreibung und wollte erste Präsidentin Italiens werden. Meloni würdigt sie als „starke Stimme der italienischen Politik“.Die ehemalige italienische Außenministerin und EU-Kommissarin Emma Bonino ist tot. Die Politikerin starb im Alter von 78 Jahren, wie ihre Partei Più Europa (Mehr Europa) mitteilte. Die Politikerin war von 1995 bis 1999 innerhalb der EU-Kommission für Verbraucherschutz zuständig. Später wurde Bonino in ihrem Heimatland Europa-Ministerin und danach auch Außenministerin.„Heute verlieren wir nicht nur unsere Vorsitzende, wir verlieren eine der klarsten, mutigsten und freiesten Persönlichkeiten in der politischen Geschichte unseres Landes und der freien Welt“, erklärte die Partei in den sozialen Medien.Bonino kämpfte für die Legalisierung der AbtreibungBekanntheit erlangte Bonino in den Siebzigerjahren als prominente Vertreterin der Partei Partito Radicale (Radikale Partei), die vor allem radikal-liberale Positionen vertrat. Im stark katholisch geprägten Italien der Siebzigerjahre kämpfte sie erfolgreich für die Legalisierung der Abtreibung. Mit 26 Jahren wurde sie schwanger und nahm selbst eine damals illegale Abtreibung vor.Bonino war seit langer Zeit gesundheitlich angeschlagen. Anfang der Woche musste sie wegen Atemnot in ein Krankenhaus in Rom eingeliefert werden. Bis Donnerstag wurde sie auf der Intensivstation behandelt und danach in eine private Einrichtung verlegt. Medienberichten zufolge basierte diese Entscheidung auf einer Übereinkunft ihres privaten Arztes und den Ärzten im Krankenhaus.Emma Bonino, die damalige italienische Außenministerin, mit dem damaligen Ministerpräsidenten Enrico Letta und dem damaligen amerikanischen Außenminister John Kerry am 23. Oktober 2013 in RomAP Photo/Andrew MedichiniIhr Ansehen in Italien war bis zuletzt hoch. 2013 hatte sich Bonino darum bemüht, als erste Frau italienische Staatspräsidentin zu werden. In den Umfragen lag sie sogar lange Zeit vorn. Schließlich wurde jedoch der damalige Amtsinhaber Giorgio Napolitano (1925–2023) wiedergewählt.Nach ihrer Lungenkrebsdiagnose im Jahr 2015 zeigte sie sich in der Öffentlichkeit fast immer mit farbenfrohen Kopftüchern. Mehrere Jahre nach der Diagnose und Therapien erklärte sie, vollständig geheilt zu sein. Ab 2024 musste sie jedoch immer wieder wegen Atemproblemen behandelt werden.Meloni bekundet ihr BeileidDie italienische Ministerpräsidentin Giorgia Meloni bezeichnete Bonino auf der Nachrichtenplattform X als „starke und unverwechselbare Stimme der italienischen Politik“. Ihre politischen Ansichten seien zwar sehr unterschiedlich gewesen, dennoch erkenne sie Boninos Bedeutung und Rolle im öffentlichen Leben Italiens an. Meloni sprach Boninos Angehörigen ihr Mitgefühl aus.EU-Parlamentspräsidentin Roberta Metsola schrieb ebenfalls bei X: „Europa, für das sie gekämpft hat, wird sie vermissen.“ Bonino habe nie gewartet, sondern sich stets entschieden, voranzugehen und anderen den Weg zu weisen.
Emma Bonino gestorben: Meloni würdigt sie als „starke Stimme der italienischen Politik“
Emma Bonino war Außenministerin, kämpfte für die Legalisierung der Abtreibung und wollte erste Präsidentin Italiens werden. Meloni würdigt sie als „starke Stimme der italienischen Politik“.










