In Spanien hat das Abgeordnetenhaus für einen Gesetzentwurf gestimmt, der die Einbürgerung Zehntausender Menschen aus der von Marokko beanspruchten Westsahara ermöglichen soll. Laut dem Entwurf der Regierung von Ministerpräsident Pedro Sánchez sollen alle Menschen, die vor dem 29. September 1977 in der spanischen Ex-Kolonie geboren wurden, und auch deren Kinder die spanische Staatsangehörigkeit beantragen können. Damit das Gesetz in Kraft treten kann, muss auch der Senat dem zustimmen.Die Westsahara an der Nordwestküste Afrikas wird seit dem Rückzug Spaniens größtenteils von Marokko kontrolliert. Die Unabhängigkeitsbewegung Frente Polisario, die den Rest kontrolliert, wird vom Nachbarland Algerien unterstützt. Die Vereinten Nationen führen die Westsahara offiziell als nicht selbstverwaltetes Gebiet. Spanien gab 2022 seine langjährige ausgleichende Haltung in der Westsahara-Frage aufgegeben und sich in dem Konflikt Marokko angenähert. Laut der spanischen Zeitung »El País« werten Experten die Maßnahme als einen Schritt zur Wiedergutmachung mit Blick auf Spaniens Kolonialgeschichte in der Region. Andere warnen hingegen, dass der fortdauernde Konflikt zwischen der Unabhängigkeitsbewegung und Marokko auch Spanien in den Konflikt hineinziehen könnte, da mögliche Opfer dann spanische Staatsangehörige wären.
Spanien will Einbürgerung Zehntausender Menschen aus Westsahara ermöglichen
Spaniens Parlament will Zehntausenden Menschen aus der einstigen Kolonie Westsahara die Einbürgerung ermöglichen. Das Vorhaben stößt bei der Opposition auf Widerstand.










