Der israelische Oppositionspolitiker Yair Golan hat Verleumdungsklage gegen die Ehefrau von Regierungschef Benjamin Netanyahu wegen ihrer Andeutungen zum 7. Oktober 2023 eingereicht. Dies teilte der Chef der linken Partei Die Demokraten mit.Die »Verschwörungstheorien« zu dem Überfall der palästinensischen Terrororganisation Hamas seien »nicht von selbst entstanden, sondern aus dem böswilligen Geist derjenigen, die versuchen, die Verantwortung für die furchtbare Katastrophe von sich zu weisen«, heißt es in der Klageschrift.
Golan fordert Schadensersatz in Höhe von 2,5 Millionen Schekeln (etwa 710.000 Euro) sowie eine Widerrufserklärung von Sara Netanyahu, wie aus demselben Dokument hervorgeht.In einem Fernsehinterview mit dem regierungsnahen Sender Channel 14 hatte Sara Netanyahu kürzlich angedeutet, Golan könnte im Vorfeld vom Überfall der Hamas auf Israel vor knapp drei Jahren gewusst haben. Golan sei am Morgen des 7. Oktober »bereits angezogen und bereit« gewesen, »während andere nichts wussten, einschließlich des Ministerpräsidenten«.
Der frühere stellvertretende Generalstabschef Golan hatte am 7. Oktober 2023 kurz nach dem Überfall der Hamas auf Israel aus eigener Initiative beschlossen, sich der bewaffneten Gegenwehr anzuschließen. Medienberichten zufolge rettete er mindestens sechs Menschen vom Gelände des Nova-Musikfestivals im Süden Israels. Dort töteten die Angreifer mindestens 370 Menschen.Mittlerweile steht Ministerpräsident Netanyahu selbst wegen eines Berichts unter Druck, wonach er vor dem Hamas-Angriff vom 7. Oktober von den Vereinigten Arabischen Emiraten gewarnt wurde. Die israelische Zeitung »Haaretz« hat einen Bericht zweier Journalisten veröffentlicht, wonach der Staatschef der Vereinigten Arabischen Emirate, Scheich Mohammed bin Zayed, Netanyahu anderthalb Wochen vor dem folgenschweren Hamas-Angriff gewarnt habe. Netanyahu Büro bezeichnet dies als »absolute Lüge«.














