Nach einem Zeitungsbericht über eine ignorierte Warnung aus Abu Dhabi wird das Hamas-Massaker zum beherrschenden Thema im Wahlkampf. Dennoch kann der israelische Regierungschef auf eine loyale Wählerschaft vertrauen.11.09.2026, 11.51 Uhr4 LeseminutenSchwere Vorwürfe: Israels Ministerpräsident soll Warnungen vor einem grossen Anschlag in den Wind geschlagen haben.Ohad Zwigenberg / PoolWas wusste Benjamin Netanyahu? Wenige Tage vor dem Massaker vom 7. Oktober 2023 klingelte im Büro des israelischen Ministerpräsidenten das Telefon. Am Apparat Mohammed bin Zayed, Präsident der Vereinigten Arabischen Emirate. Der Hamas-Chef Yahya Sinwar plane ein «Erdbeben», sagte bin Zayed während des Gesprächs warnend. Und meinte damit eine Terrorattacke gegen Israel.Optimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenNZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.Doch Netanyahu schien nicht besorgt, er reagierte stoisch. Man habe die Lage in Gaza unter Kontrolle, und Israel sei auf jedes Szenario vorbereitet. Die Warnung gab er dann auch nicht weiter. Weder an die Geheimdienste noch an die Armeeführung.So jedenfalls berichtete es am Montag die israelische Zeitung «Haaretz». Sollte der Bericht zutreffen, rückt er sechs Wochen vor der Parlamentswahl erneut jene Fragen ins Zentrum, die Netanyahu seit dem 7. Oktober verfolgen: Was hätte der Regierungschef wissen können? Und welche Verantwortung trägt er persönlich?Netanyahu klagt wegen VerleumdungNetanyahu seinerseits bestritt alles. Das Gespräch habe es nie gegeben, ein solcher Anruf hätte Spuren in den Akten hinterlassen. Den Bericht erklärte er zum Teil des linken Wahlkampfs, es sei eine «absolute Lüge». Der Zeitung warf er Verleumdung vor und wies seine Anwälte an, das Blatt und den Autor Shlomi Eldar zu verklagen. «Haaretz» wiederum hielt an der Berichterstattung fest.Seine politischen Herausforderer nutzten den Bericht trotzdem. Netanyahu habe das Land blind in das Desaster vom 7. Oktober geführt, sagte der frühere Armeechef Gadi Eisenkot, der in den Umfragen vorn liegt. Naftali Bennett, ebenfalls Kandidat und einst selbst Ministerpräsident, sprach von Netanyahus persönlicher und direkter Verantwortung für die Toten jenes Tages.עוד ועוד סימנים מעידים: נתניהו הוביל את ישראל בעיוורון למחדל השבעה באוקטובר.לפי הפרסום הבוקר, הוא קיבל התרעה מפורשת, ימים לפני הטבח, מנשיא איחוד האמירויות לגבי כוונות סינוואר, אבל לא עדכן את ראשי מערכת הביטחון. מי לא העיר את מי?סביבתו מהדהדת את תיאוריית הקונספירציה והבגידה… pic.twitter.com/H9UtJFWmzq— Gadi Eisenkot - גדי איזנקוט (@gadi_eisenkot) September 8, 2026
Wahlkampf in Israel: Der 7. Oktober holt Benjamin Netanyahu ein
Nach einem Zeitungsbericht über eine ignorierte Warnung aus Abu Dhabi wird das Hamas-Massaker zum beherrschenden Thema im Wahlkampf. Dennoch kann der israelische Regierungschef auf eine loyale Wählerschaft vertrauen.










