Die von den USA angeführte internationale Koalition zur Bekämpfung der Terrormiliz »Islamischer Staat« (IS) im Irak hat vor dem offiziellen Ende der Mission mit ihrem Rückzug aus der Region Kurdistan begonnen. Die Streitkräfte seien von ihren Stellungen im Nordirak abgezogen worden und nur noch auf dem Flughafen Erbil stationiert, teilte ein hochrangiger irakischer Beamter der Nachrichtenagentur AFP am Donnerstag mit.Die Truppen müssten »gemäß der bestehenden Vereinbarung« bis Ende September abziehen, »und sie haben tatsächlich bereits damit begonnen«, sagte der kurdische Innenminister Rebar Ahmed vor Journalisten. Die Streitkräfte würden »täglich an Standorte außerhalb des Irak verlegt«, fügte er hinzu.
Die internationale Koalition war 2014 ins Leben gerufen worden, nachdem der IS weite Teile Syriens und des Irak eingenommen und dort Massaker und andere Gräueltaten begangen hatten. Die Terrormiliz wurde 2017 im Irak und 2019 in Syrien besiegt.Zwar verschanzen sich islamistische Kämpfer weiterhin in Wüsten- oder Bergregionen, doch ihre Angriffe sind extrem zurückgegangen. Irakische Streitkräfte führen zudem weiterhin Einsätze gegen die Dschihadisten aus.
Die Präsenz der Koalition im Irak – insbesondere nach der Niederlage des IS – ist seit jeher ein Streitpunkt zwischen den irakischen Behörden und proiranischen Gruppen im Land. Die von Iran unterstützten Gruppen griffen die Koalitionstruppen regelmäßig an, zuletzt um Teheran im Irankrieg zu unterstützen.Iraks Regierungschef Ali al-Saidi hat versprochen, das staatliche Waffenmonopol durchzusetzen und dafür zu sorgen, dass die Gruppen ihre Waffen abgeben. Während einige Gruppen erklärten, sie würden sich den staatlichen Institutionen anschließen, weigern sich andere unter Verweis auf die anhaltende Präsenz ausländischer Truppen.









