Die Verluste gesetzlicher Krankenkassen durch riskante Immobilien- und Fondsgeschäfte sind nach Angaben der Bundesregierung deutlich größer als bislang bekannt. Mindestens ein Dutzend Krankenkassen hätten insgesamt 1,1 Milliarden Euro in »leistungsgestörte Geldanlagen« gesteckt, heißt es in einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Grünen. In früheren Recherchen von NDR, WDR und »Süddeutscher Zeitung« war noch von einem Betrag von mindestens 170 Millionen Euro die Rede gewesen.

Wie aus der Antwort der Bundesregierung hervorgeht, investierten elf bundesweit tätige Krankenkassen in der Nullzins- beziehungsweise Negativzinsphase insgesamt 200 Millionen Euro »in die Inhaberschuldverschreibungen Verius II und Verius III« sowie insgesamt zwölf Kassen »in immobilienbesicherte Schuldscheindarlehen« im Umfang von 900 Millionen Euro.Bei den Anlagen seien nach der Zinswende 2022 »Leistungsstörungen aufgetreten«. Das bedeutet, dass die Anlagen ihre Renditeziele verfehlen oder sogar zu einem Totalausfall führen könnten. Ende 2025 wurden den Angaben zufolge von betroffenen Kassen bereits 400 Millionen Euro in den Bilanzen abgeschrieben. Bei den restlichen 700 Millionen Euro könne es zu weiteren Verlusten kommen.