Die Co-Vorsitzende der Linken, Ines Schwerdtner, sieht in den drohenden Milliardenverlusten gesetzlicher Krankenkassen eine Warnung für die Rentenpolitik der Bundesregierung. „Versicherungsbeiträge sind kein Spielgeld für den Finanzmarkt. Es ist ein Skandal, dass Krankenkassen Milliarden in riskante Fonds stecken können, während gleichzeitig über höhere Beiträge und Leistungskürzungen für die Versicherten gesprochen wird“, sagte Schwerdtner der Berliner Zeitung.Die Bundesregierung müsse „diesem Treiben ein Ende setzen, statt immer nur scheibchenweise offenzulegen, wie groß das Problem tatsächlich ist.“ Das Geld der Versicherten gehöre in eine gute Gesundheitsversorgung. „Und nicht in dubiose Finanzmarktgeschäfte. Spekulationen mit Sozialversicherungsbeiträgen müssen verboten werden.“Schwerdtner stellte einen Zusammenhang zwischen beiden sozialen Sicherungssystemen her. Sie denke Gesundheit und Rente zusammen, sagte die Linken-Chefin und warnte davor, dass beides zum Spielball an der Börse werde. „Ein starkes gesetzliches Umlagesystem und dauerhaft gesichertes Rentenniveau schaffen Vertrauen und Sicherheit.“Schwerdtner bezog sich auf riskante Finanzanlagen, mit denen Krankenkassen Beitragsgelder verloren haben oder zu verlieren drohen. Das Volumen fällt deutlich größer aus als bislang bekannt: Insgesamt droht den gesetzlichen Kassen ein Schaden von rund 1,1 Milliarden Euro.